Login
Analyse

N-Dünger: Ammoniumpreise bis Juni weiter gefallen

von , am
09.07.2014

© Rasbak/CC-SA-BY-3.0 wikimedia
 
An den internationalen Spotmärkten sind die Preise für Ammonium von Mai bis Juni kräftig um etwa 10 % gefallen. Auch im Juni gaben die Preise weiter nach. Anfang Juli zeichnete sich erst einmal eine gewisse Konsolidierung der Preise am Weltmarkt ab. Jedoch halten nicht wenige Analysten und Händler bis zum Spätsommer (August) durchaus noch einen weiteren Rückgang der Preise auf das Niveau des letzten Jahres (2013) für möglich.
 
Korrektur der Mehrnähstoffdüngerpreise
Der Preisrückgang im Juni dürfte nicht ohne Auswirkungen auf die Preise der meisten Mehrnährstoffdünger mit einem hohen Stickstoffanteil bleiben. Dazu zählen unter anderem Kalkammonsalpter (KAS) und AHL-Dünger (Ammoniumhydroxyt-Lösung) aber auch DAP (Diammoniumphosphat). Im März und im April waren die Ammoniumpreise am Weltmarkt und in Europa zunächst kräftig gestiegen und hatten auch die Preise für KAS mit nach oben getrieben. Mittlerweile hat sich die Marktlage bzw. das Verhältnis von Angebot und Nachfrage jedoch wieder verändert und die Preise für KAS und AHL-Dünger sind auch in Europa rückläufig.
 
Weltmarktpreise auch im Juni rückläufig
Von Mai bis Ende Juni sind die Ammoniumpreise am ukrainischen Exporthafen Yuzhny um rund 10 % bzw. 50 USD/t bis auf 460 USD/t gefallen. Im Juni betrug Preisrückgang in Yuzhny etwa 10 USD/t. Und das obwohl die Gaspreise (Herstellungskosten) in der Ukraine zuletzt kräftig gestiegen sind und einige Anlagen zudem aus Wartungsründen zwischenzeitlich geschlossen wurden. Auch in Nordafrika produzieren aus politischen und produktionstechnischen Gründen weiterhin nicht alle Anlagen wie geplant. Zur letzten Preisspitze im April hatte der wichtigste internationale Indikatorpreis für Ammonium am ukrainischen Exporthafen Yuzhny noch bei gut 510 USD/t und damit deutlich höher gelegen.
 
Fallende Getreidepreise drücken Düngerpreise
Auch in den USA haben die Ammoniumpreise am wichtigsten Umschlagplatz Tampa (Florida) von Mai bis Ende Juni um 60 USD/t bis 70 USD/t auf etwa 520 USD/t nachgegeben. Anfang Juli schienen sich die Preise in Tampa bei etwa 520 USD/t zu behaupten. Zumindest in den USA (nicht am Weltmarkt) ist dieses Niveau sogar niedriger als im letzten Jahr (525 USD/t). Erneuten Druck auf den Markt für Stickstoffdünger könnten jedoch die Anfang Juli kräftig gefallen Preise für Getreide und Ölsaaten ausüben. Analysten rechen damit, dass der Rückgang der Getreidepreise auch das Einkaufsverhalten  der Farmer in den USA (und weltweit) spürbar beeinflussen wird.
 
Weiterer Rückgang durchaus wahrscheinlich
Angesichts der jüngsten Entwicklung bei den Getreidepreisen und des mittelfristig verfügbaren Angebots an Ammonium ist an den internationalen Spotmärkten ein weiterer Preisrückgang wahrscheinlicher als ein erneuter Anstieg der Preise. Im Juni des letzten Jahres 2013 kostete Ammonium am Weltmarkt (Yuzhny) rund 490 USD/t, im Juli nur noch 430 USD/t und im August sogar nur 420 USD/t. Diese Marken könnten vor dem Hintergrund der zuletzt deutlich veränderten Relationen von Angebot und Nachfrage und auch wegen des scharfen Rückgangs der Getreidepreise durchaus noch angepeilt werden.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant