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Analyse

P-Dünger: Preise am Weltmarkt und in Deutschland gestiegen

von , am
26.08.2014

Die Preise für P-Dünger sind an den internationalen Spotmärkten im Juni und im Juli kräftig um mehr als 10 % gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für P-Dünger sind an den internationalen Spotmärkten im Juni und im Juli kräftig um mehr als 10 % gestiegen. Im August haben sich die Preise bei den wichtigsten Exporteuren dann jedoch stabilisiert und für den September sieht es derzeit nicht nach größeren Preisveränderungen nach oben oder unten aus. Erst für den Oktober und den November zeigen die Kontraktpreise an den wichtigsten Exporthäfen derzeit recht deutlich um etwa 5 % nach unten. Und das obwohl Mitte Oktober auch die Niedrigzollperiode Chinas endet. Grund dürfte die nachlassende Nachfrage Indiens und Brasiliens sein. In Deutschland und Europa sind die Preise der Entwicklung an den internationalen Märkten mit einiger zeitlicher Verzögerung gefolgt. Nachdem es im Juli eher seitwärts mit den Preisen ging, verteuerte sich DAP-Dünger (Diammoniumphosphat) an den deutschen Importhäfen im August kräftig.
 
China baut Exporte kräftig aus, Preise gestiegen
Für die chinesischen Exporteure von P-Dünger (DAP/TSP/MAP) hatte am 16. Mai die Periode mit den niedrigen Exportzöllen begonnen. Die Statistiken zeigen für den Monat Juni ein Ausfuhrvolumen  von rund 0,61 Mio. t. Das war eine knapp 60 % größere Ausfuhrmenge als im Jahr zuvor und rund 81 % mehr als im Vormonat (Mai 2014). In den ersten 6 Monaten (Januar bis Juni) des aktuellen Kalenderjahres erhöhte sich der chinesische Export von P-Dünger auf insgesamt 2,36 Mio. t und war damit 150 % größer im vergleichbaren Zeitraum des letzten Jahres (1,4 Mio. t). Analysten erwarteten für das Gesamtjahr 2014 chinesische P-Dünger-Exporte von etwa 6,0 Mio. t. Hauptabnehmer waren bislang Brasilien, Indien, Vietnam, Australien und Indonesien. Trotz der niedrigeren Exportzölle sind die chinesischen Exportpreise im Juni und Juli gestiegen. Ursache ist, dass die Nachfrage insbesondere aus Indien und aus Brasilien kräftig zugenommen hat. Die Abgabepreise (fob) an den chinesischen Exporthäfen für DAP lagen nach Angaben von Händlern im Juni bei 429 USD/t und im Juli etwa bei 435 Euro/t.
 
Indien importiert deutlich mehr
Auch bei anderen wichtigen Exporteuren wie den USA, Russland, Nordafrika und Saudi-Arabien sind die P-Dünger-Preise bis Juli gestiegen. Ausschlaggebend für die Entwicklung der Marktpreise waren die Importe Indiens, dem neben Brasilien größten Importeur von P-Dünger. Für Indien rechnet man auch wegen des guten Monsuns mit einer deutlichen Zunahme der Einfuhren. Im Juni hatten sich die indischen Importe auf 0,59 Mio. t im Vergleich zum Vormonat verdoppelt (aus China und Saudi-Arabien). Händler erwarten wegen der stark geschrumpften indischen Bestände für den August Importe von 1,2 Mio. t. Für das gesamte indische Wirtschaftsjahr (April/März) schätzen Analysten den indischen Import auf 4,5 Mio. t, nach 3,3 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Die Hauptmonate für Indiens Importe sind Juli bis September.
 
Brasilien dieses Jahr mit Rekordeinfuhren
Brasiliens Einfuhren könnten nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr einen Umfang von 4,8 Mio. t und  damit einen neuen Rekordwert erreichen, nach dem bisherigen Rekordwert von 4,1 Mio. t im letzten Jahr. Brasiliens Nachfrage erreicht im üblicherweise im Juli seinen saisonalen Höhepunkt und schwächt sich dann ab September deutlich ab. Im Juli hatten die Südamerikaner rund 0,5 Mio. t P-Dünger importiert und damit 20 % mehr als im Juni und sogar fast 70 % mehr als im Vorjahr. Die Importpreise Brasiliens für MAP (Monoammoniumphosphat) sind nach Angaben von Händlern mit der sich abschwächenden Nachfrage im August auf gut 510 USD/t (inkl. Fracht) zurückgegangen, von knapp 530 USD/t im Juli.
 
Weltmarktpreise im August und September stabil
Im Juli lagen die Preise für DAP an den US-Exporthäfen am Golf (fob) etwa bei 499 USD/t. Im Mai hatte DAP am US-Golf noch 445 USD gekostet, im März hatten die Amerikaner DAP allerdings schon einmal zu Preisen von etwa 500 USD/t exportiert. Ähnlich hoch wie am US-Golf waren die Exportpreise zuletzt auch am Schwarzen Meer (rund 500 USD/t). Die Preisforderungen an den chinesischen Exporthäfen lagen für den Monat Juli bei 435 USD/t und damit 15 USD/t höher als zwei Monate zuvor, jedoch niedriger als bei den übrigen Exporteuren. Derzeit liegen die Preisforderungen an den US-Exporthäfen für den August und September relativ stabil bei etwa 500 USD/t. Für die Verladung von Oktober bis November gehen die Preisforderungen derzeit bis auf 475 USD/t zurück.
 
DAP-Preise in Deutschland im August kräftig gestiegen
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) sind die Preise für DAP-Dünger noch im Juni um etwa 30 Euro/t bis 40 Euro/t zurückgegangen. Etwas zeitversetzt wurde damit auch hierzulande der scharfe Rückgang der Weltmarkpreise von März bis Mai um etwa 10 % nachvollzogen. Ende Juni wurde DAP an den deutschen Importhäfen dann für rund 410 Euro/t abgegeben. Im August verteuerte sich DAP-Dünger an den deutschen Importhäfen dann wieder um rund 25 Euro oder gut 6 % bis auf etwa 435 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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