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Analyse

P-Dünger: Preisrallye noch nicht zu Ende

von , am
25.02.2014

Die Preise für Phosphordünger sind an den internationalen Spotmärkten von November bis Februar um etwa ein Drittel gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Phosphordünger sind an den internationalen Spotmärkten von November bis Februar sprunghaft um etwa ein Drittel gestiegen. Und noch ist die Preisrally offenbar nicht vorbei. Zumindest bis März sieht es derzeit nicht nach einer Korrektur der Preise nach unten aus. Im Gegenteil, die Angebotspreise für DAP und andere P-Dünger sind im März nochmals 5 % bis 8 % höher als Februar. Erst ab April zeigt die Preiskurve derzeit wieder nach unten.
 
Nachfrage übersteigt (noch) das Angebot
Hauptursache für den Preisanstieg war die deutliche Drosselung der Produktion bei dem meisten großen internationalen Herstellern und Exporteuren nach dem scharfen Preiseinbruch im letzten Jahr. Die damit verbundene deutliche Angebotsverknappung führte dann mit der anziehenden Nachfrage aus Nord- und Südamerika, aus Europa und Asien zu einem rasanten Preissprung. Ähnlich wie bei Harnstoff werden die hohen Preise jedoch die Produktion und damit das Angebot merklich ankurbeln. Das dürfte wohl ab April zu einem spürbaren Rückgang der P-Dünger-Preise führen.
 
DAP allein im Januar 20 % teurer
Bereits im Januar hatte die kräftig anziehende Nachfrage in Nord- und Südamerika sowie aus Australien zu einem kräftigen Preisanstieg geführt. Aus Nordamerika exportierter P-Dünger verteuerte sich an den dortigen Verladehäfen innerhalb eines Monats um fast 60 USD bzw. knapp 20 % auf etwa 440 USD/t. Im Dezember lagen die Exportpreise für DAP noch bei 370 USD/t und im November sogar nur bei 350 USD/t. Das war allerdings der Tiefpunkt der Preisentwicklung des letzten Jahres, die vor dem Hintergrund einer bedarfsübersteigenden Produktion und stark gewachsener Lagerbestände von 570 USD/t im Herbst 2012 bis auf 350 USD/t im November 2013 um mehr als 200 USD/t gefallen waren. Wenige Monate später haben sich die Verhältnisse von Angebot und Nachfrage aber erst einmal komplett gedreht.
 
Indien noch gar nicht am Markt
Europäische Einkäufer mussten Anfang Febraur in Marokko (OCP) DAP-Preise von 465 USD/t (fob) zahlen. Zum gleichen Termin wurde nordafrikanischer MAP-Dünger nach Brasilien für 470 USD (inkl. Fracht) verkauft. Beide Herkünfte melden für März ebenfalls mit deutlich steigender Tendenz. Auch aus Asien zog die Nachfrage zum Jahresbeginn spürbar an. Dabei hat der weltweit größte P-Dünger-Importeur Indien bislang noch gar keine großen Mengen eingekauft. Händler gehend davon aus, dass diese Einkäufe nach Abschluss der indischen Kharif-Saison (Sommerkulturen) erfolgen. Also etwa (Ende) Februar bis März.
 
Europäer müssen deutlich mehr zahlen
Ähnlich kräftig wie in Nordamerika und Nordafrika sind die Preise für DAP-Dünger an den den russischen Ostseehäfen sowie am Schwarzen Meer gestiegen. Einkäufer aus Nordwesteuropa mussten im Februar Preise (fob Baltikum) zwischen 475 USD/t und 485/t (fob) zahlen, nachdem das Niveau im Vormonat noch bei rund 420 USD/t lag. In Nordamerika behindert zudem der harte und schneereiche Winter den Transport von Dünger zu den wichtigsten Handelspätzen, was am dortigen Binnenmarkt ebenfalls zu kräftig steigenden Preisen führte.
 
Bis März steigen die Preise
Wann das zuletzt wieder wachsende Angebot den Preisanstieg abbremst, lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen. Derzeit steigen die Kontraktpreise für P-Dünger jedenfalls bis März weiter deutlich bis auf 510 USD/t. Gleichzeitig liegen die Preisforderungen für den Februar nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres und im März werden die (hohen) Vorjahrespreise dann wohl erreicht.  In diesem Jahr (2014) könnte allerdings China als großer Produzent und Exporteur erneut für  Preisdruck sorgen. Die Phase mit den höheren chinesischen Export-Zöllen endet bei P-Dünger am 15. Mai. Bei den sehr hohen Weltmarktpreisen könnten die Chinesen jedoch auch schon  früher auf den Weltmarkt drängen und einen Preisrückgang auslösen.
 
Preissprung auch in Deutschland
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) haben die Spotmarktpreise für DAP-Dünger bereits im Januar kräftig zugelegt und sind im Februar nochmals sehr kräftig gestiegen. Anfang Januar lagen die Preise noch 340 Euro/t und bis zur Monatsmitte stiegen die Preise um rund 40 Euro auf etwa 380 Euro/t. Mitte Februar nannten Händler allerdings schon Spotmarktpreise von 440 Euro bis 450 Euro/t. Da bedeutet im Vergleich zum Vormonat einen weiteren Preisanstieg von rund 60 Euro oder 15 %. Seit Jahresbeginn 2014 hat sich DAP-Dünger ian den deutschen Handelsplätzen sogar um 30 % oder 100 Euro verteuert. Im Vergleich zum Februar 2013 sind die aktuellen Spotmarktpreise für DAP-Dünger an den deutschen Verladehäfen mittlerweile ähnlich hoch.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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