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Analyse

Preise für Ammonium und KAS wieder schwächer

von , am
10.12.2014

Die Preise für Ammonium hatten an den internationalen Handelsplätzen Mitte November ihre Preisspitze erreicht. Seitdem haben die Preise für den wichtigsten Ausgangsstoff zur Herstellung verschiedener stickstoffhaltiger Mineraldünger wieder deutlich nachgegeben.

© Rasbak/CC-SA-BY-3.0 wikimedia
Die Preise für Ammonium hatten an den internationalen Handelsplätzen Mitte November ihre Preisspitze erreicht. Seitdem haben die Preise für den wichtigsten Ausgangsstoff zur Herstellung verschiedener stickstoffhaltiger Mineraldünger wieder deutlich nachgegeben und scheinen sich Mitte Dezember zunächst auf dem deutlich ermäßigten Niveau zu konsolidieren. Als Ursache für den Preisrückgang nennen Händler und Analysten zum einen die sich aus saisonalen Gründen abschwächende globale Nachfrage. Zum anderen haben viele Importeure und Verarbeiter in Asien den Einkauf des teuren Ammoniums auch aus Kostengründen gedrosselt. Anders als die Ammoniumpreise bewegten sich zudem wichtige andere Mineraldüngerpreise (Harnstoff und P-Dünger) am Weltmarkt im November und auch im Dezember nach unten und erhöhten den Druck auf die stark gestiegenen Ammoniumpreise. Das gilt ganz besonders für Harnstoff der auch eine Alternative für den Einkauf/Einsatz anderer Stickstoffdünger ist.
 
Schwächere Nachfrage und Druck vom Energiemarkt
Auslöser für den zurückliegenden Preisanstieg bei Ammonium an den internationalen Handelsplätzen im September und im Oktober war das deutlich reduzierte Angebot am Weltmarkt infolge massiver Produktionseinschränkungen. Betroffen waren fast alle wichtigen Exporteure in der Ukraine, in Nordafrika und im Mittleren Osten. Mit den Ammoniumpreisen sind dann auch die Preise für andere stickstoffhaltige Dünger wie etwa für Kalkammonsalpeter (KAS) in Deutschland und am Weltmarkt gestiegen. Jetzt melden Händler jedoch neben der schwächeren Nachfrage der Importeure auch ein verbessertes Angebot aus Nordafrika. Zudem sind viele Importeure/Verarbeiter von Ammonium nicht bereit die sehr hohen Preise der letzten Wochen zu zahlen, denn die Landwirte halten sich angesichts der stark gefallenen Getreidepreise und weiter fallenden Preise (Kosten) für Energie (Öl und Gas) spürbar mit dem Einkauf zurück und setzen vor dem Hintergrund dieser Entwicklung offenbar auf niedrigere Einkaufpreise im nächsten Frühjahr. {BILD:583652:jpg}
 
Weltmarktpreise geben wieder deutlich nach
Mitte Dezember wurden für Ammonium am ukrainischen Exporthafen Yuzhny (fob) Exportpreise von 550 USD/t und weniger genannt. Im Vergleich zur letzten Preisspitze vom November von gut 600 USD/t ist dies ein Preisrückgang von etwa 50 USD/t. Im Oktober wurde Ammonium in Yuzhny (fob) zu Preisen von 588 USD gehandelt, im September zu 543 USD und im August zu 470 USD. Das Preisniveau des letzten Jahres (Dezember 2013) wird trotz des jüngsten Preisrückgangs jedoch um 132 USD oder knapp 24 % übertroffen. Aus den USA meldete man Anfang Dezember am wichtigsten Importhafen Tampa Importpreise (cif) von 550 bis 560 USD/t. Vor vier Wochen (Anfang November) lagen die Ammoniumpreise in Tampa noch bei 640 USD/t und damit rund 80 USD/t höher.
 
Preise für KAS im Dezember rückläufig
Auf den Preisrückgang bei Ammonium reagierten auch die Preise für wichtige stickstoffhaltige Dünger. Dazu zählt am deutschen Markt insbesondere Kalkammonsalpter (KAS). Ende November nannten Händler an den Verladestellen der Ostseehäfen KAS-Preise um 275 Euro/t und damit 10 Euro bis 15 Euro mehr als im Oktober. Mitte Dezember gaben die KAS-Preise an den Verladestellen der deutschen Osteehäfen mit den Weltmarktpreisen für Ammonium wieder etwas nach und lagen zwischen 265 Euro und 268 Euro. Im Vergleich zum Dezember 2013 (245 Euro) ist das Niveau Anfang Dezember 2014 etwa 20 bis 25 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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