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Analyse

Preise für Harnstoff und DAP unter Druck

von , am
15.09.2015

Am Weltmarkt sind die Harnstoff-Preise im Juli kräftig zurückgegangen und haben sich im August auf dem ermäßigten Niveau behauptet. Im Septemebr geht es weiter abwärts.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel

An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Mitte September zwischen 305 und 310 Euro. Das sind etwa 5 bis 10 Euro niedrigere Spotmarkpreise als vor vier Wochen und sogar 30 bis 35 Euro niedrigere Preise als Anfang Juli (345 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Spotmarkpreise zu diesem Termin zwischen 330 Euro und 340 Euro und waren damit 25 bis 30 Euro höher. Auch am Weltmarkt sind die Preise vor allem im Juli kräftig zurückgegangen und haben sich im August auf dem ermäßigten Niveau behauptet. Die Kontraktpreise für den September und die nachfolgenden Termine zeigen indessen weiter unten.
 
Rückläufige Harnstoffpreise erwartet
Im August lag der wichtigste Indikatorpreis am ukrainischen Exporthafen Yuyzhny für Harnstoff etwa bei 270 USD/t. Das waren rund 20 USD niedrigere Preise als im Juni (290 USD) und etwa 55 USD/t weniger als im August (320 USD) einem Jahr. Bis zum November zeigt die Preiskurve weiter nach unten, für diesen Termin liegen die Preisforderungen in Yuzhny nur noch bei 250 USD und damit auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2010 also seit gut 5 Jahren. Die Angebotspreise aus Ägypten für granulierten Harnstoff lagen im September ebenfalls nur noch bei 280 USD /t für den Oktober bei 275 USD/t.
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China wieder mit Exportzöllen
Hauptgrund für den Preisverfall bei Harnstoff ist der kräftige Angebotszuwachs insbesondere aus China, aber auch aus dem Mittleren Osten und Nordafrika, in Verbindung mit kräftig gefallenen Getreidepreisen und niedrigen Energiekosten (Produktionskosten) bei der Herstellung von Mineraldünger. Eine gewisse Unsicherheit für die weitere Marktentwicklung bringt derzeit die unsichere wirtschaftliche Entwicklung in China. Dort hat man die Einführung eines Exportzolles von 13 % angekündigt. Gleichzeitig wurde jedoch auch die chinesische Währung abgewertet und verbilligt damit die Ausfuhren und die chinesischen Exporteure senken offenbar die Preise um wettbewerbsfähig zu bleiben.
 
KAS-Preise kaum verändert
Kalkammonsalpeter (KAS) kostete Mitte September an den deutschen Spotmärkten 250 bis 255 Euro und damit ähnlich viel oder etwas mehr als vor vier Wochen (250 Euro/t). Im vorigen Jahr lagen die Spotmarkpreise für KAS zu diesem Termin etwa bei 260 Euro und waren damit 5 bis 10 Euro höher. Die Weltmarktpreise für Ammonium lagen im August am ukrainischen Exporthafen Yuyzny zwischen 380 und 395 USD/t und waren damit ähnlich hoch wie im Vormonat jedoch 15 bis 20 USD niedriger als zur Jahresmitte. Im vorigen Jahr lagen die Ammonium am Weltmarkt im Juli bei 450 USD und im August bei 470 USD und damit deutlich höher als 2015.
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P-Dünger kommt unter Druck
Die Preise für P-Dünger (DAP) lagen an den deutschen Spotmärkten Mitte September etwa bei 485 Euro und waren damit etwa 20 Euro niedriger als vor vier Wochen (505 Euro/t) und ebenfalls 20 Euro niedriger als Mitte Juli (505 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Spotmarkpreise für DAP zu diesem Termin etwa bei 440 Euro und waren damit 45 Euro niedriger (sind dann jedoch bis März auf etwa 540 Euro gestiegen). Die Weltmarkpreise für DAP haben im Juli und im August um etwa 10 USD nachgegeben und lagen im August fob-US-Golf bei rund 460 USD/t. Das waren knapp 50 USD niedrigere Preis als im August 2014 (505 USD).
 
Für die Auslieferung im September lagen die Angebotspreise am US-Golf jedoch nur noch bei 420 USD und damit 40 USD niedriger und November wurde DAP am Terminmarkt nur noch für 413 USD gehandelt. Grund ist das große Angebot sowohl aus den USA und China als auch aus Nordafrika und Russland und  dazu eine zuletzt relativ verhaltene Nachfrage vor allem aus Südamerika und Südostasien. Händler meldeten das Brasilien von Januar bis August rund 27 % weniger P-Dünger (MAP) importiert hat als im Jahr zuvor. Anderseits waren die indischen Importe (ähnlich wie bei Harnstoff) bislang höher als im (schwachen) vorigen Jahr, jedoch niedriger als in den 5 Jahren zuvor.
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Kalipreise am Weltmarkt etwas schwächer
Die Preise für Kalidünger (Kornkali) lagen an den deutschen Spotmärkten Mitte September etwa bei 265 Euro und waren damit etwas höher als vor vier Wochen (260 Euro/t). Im vorigen Jahr lagen die Spotmarkpreise für Kornkali zu diesem Termin etwa bei 255 Euro und waren damit 10 Euro niedriger. Die Weltmarkpreise für Kalidünger (MOP) haben im Juli und im August ganz leicht um etwa 5 USD nachgegeben und lagen im August fob-kanadischem Exporthafen Vancouver bei rund 303 USD/t. Das waren knapp 16 USD höhere Preise als im August 2014 (287 USD).
 
Dr. Olaf Zinke
 
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