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Analyse

Preise für Harnstoff, KAS und AHL gefallen

von , am
16.07.2015

An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Mitte Juli etwa 340 Euro und damit rund 5 Euro bis 10 Euro weniger als vor vier Wochen.

© agrar-press
 
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Mitte Juli etwa 340 Euro und damit rund 5 Euro bis 10 Euro weniger als vor vier Wochen (345-350). Auch am Weltmarkt sind die Preise im Juli deutlich zurückgegangen und zeigen auch für die kommenden Termine nach unten. Grund für den Preisrückgang an den internationalen Märkten ist der seit Juli wieder kräftig zunehmende Angebots- und Preisdruck aus China. In den beiden Monaten zuvor hatte Indien mit mehren großen Einkauf-Tendern, sehr große Mengen chinesischen (und iranischen) Harnstoff vom Weltmarkt abgesaugt und die Preise damit nach oben gehievt.
 
Chinas Exporte erneut auf Rekordkurs
Dabei haben die chinesischen Ausfuhren im Zeitraum Januar bis Mai 2015 mit einen Umfang von 6,1 Mio. t erreicht und damit die Rekordexporte aus dem Vorjahr um 60 % übertroffen. Bei P-Dünger (DAP) haben sich die chinesischen Ausfuhren in der Zeit von Januar bis Mai sogar auf 3,6 Mio. t verdoppelt und zeigen auch am P-Düngermarkt den enormen Einfluss der Chinesen auf die Weltmarkpreise. Mitte Juli lagen Harnstoffpreise am ukrainischen Exporthafen Yuhzny bereits wieder unter 280 USD/t und damit etwa 15 USD niedriger als Mitte Juni und 24 USD niedriger als im Jahr zuvor (Juli 2014) mit 302 USD/t.
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Preise für KAS und AHL geben nach
Kalkammon-Salpeter (KAS) kostete an den deutschen Spotmärkten (Importhäfen) Mitte Juli etwa 250 Euro/t und damit 10 Euro weniger als vor vier Wochen (260 Euro/t). Im Vergleich zu den Preisen von Juli 2014 (253 Euro) kostet KAS in Deutschland derzeit ähnlich viel bzw. etwas weniger.
 
Die Spotmarkt-Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) waren Mitte Juli an den Spotmärkten der Ostseehäfen auf 185 Euro je t zurückgegangen und waren damit 35 Euro bzw. 15 % niedriger als vor vier Wochen (220 Euro). Gegenüber den Preisen von Juli 2014 (190 Euro) kostet Ammonium-Harnstofflösung an den deutschen Importhäfen etwa 5 Euro weniger.
 
P-Dünger gehen moderat zurück
Die Preise für P-Dünger (DAP) lagen an den deutschen Spotmärkten Mitte Juli etwa bei 505 Euro und waren damit im Vergleich zum Juni (515 Euro/t) um etwa um 10 Euro niedriger. Die Weltmarkpreise war wegen der sehr robusten und mengenmäßig umfangreichen Nachfrage aus Indien und Brasilien bis Juni relativ stabil, geben jedoch für den Juli und die nachfolgenden Termine moderat nach.
 
Ähnlich wie bei Harnstoff erwarten Analysten auch in diesem Marktsegment ab Juli noch etwas umfangreichere Exporte aus China. Die Angebotspreise für DAP-Preise geben an den nordamerikanischen Exporthäfen von 470 USD bis 475 USD im Juni, auf 465 USD bis 470 USD im Juli, bis auf etwa 450 USD im Herbst nach. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Niveau derzeit 30 bis 40 USD niedriger.
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Kalidüngerpreise kaum verändert
Die Preise für Kalidünger (Kornkali) lagen an den deutschen Importhäfen (Spotmärkten) Mitte Juli etwa bei 260 Euro/t und damit ähnlich hoch wie vor vier Wochen im Juni und sogar 10 Euro niedriger als im Ma. Im Vergleich zum Vorjahr kostet Korankali indessen etwa 10 Euro weniger. Am Weltmarkt lagen die Preise seit Monaten unverändert bei 307 USD/t und damit etwa 20 USD/t höher als im vorigen Jahr zu diesem Termin (287 USD/t).
 
Dem Preisrückgang der meisten internationalen Mineraldünger-Preise in USD wirkte zuletzt jedoch der wieder an Wert verlierende Euro etwas entgegen. Am 15. Juli notiert der Euro bei rund 1,097 USD und damit 2,8 % niedriger vor vier Wochen (1,1277).
 
Dr. Olaf Zinke
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