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Analyse

Preise für Mineraldünger in Deutschland gestiegen

von , am
23.01.2015

In Deutschland sind die Spotmarkpreise für P-Dünger (DAP) im Januar kräftig gestiegen und die Preiskurve Stickstoffdünger zeigte ebenfalls deutlich nach oben.

© landpixel
In Deutschland sind die Spotmarkpreise für P-Dünger (DAP) im Januar kräftig gestiegen und die Preiskurve für Kalkammonsalpter (KAS), für Harnstoff und Ammoniumharnstofflösung (AHL) zeigte im Monatsverlauf ebenfalls deutlich nach oben. Das erste Quartal des Jahres ist üblicherweise ein Zeitabschnitt mit einer relativ starken globalen Nachfrage nach Stickstoffdüngern, denn dann steht die Frühjahrsbestellung und damit der Düngereinkauf in den USA, in Europa und auch Schwarzen Meer an.
 
Schwacher Euro verteuert Importe
Ein Teil des jüngsten Preisanstiegs geht jedoch auch auf die Kosten des schwachen Euros der nach der Entscheidung der EZB diese Woche nochmals von 1,16 USD auf 1,12 USD abgestürzt ist und Import weiter verteuert. Seit August (1,35) hat der Euro damit  rund 17 % an Wert verloren und damit die Importe verteuert. Allerdings sind die Mineraldüngerpreise am Weltmarkt nicht oder nicht so kräftig gestiegen wie in Deutschland. Vor dem Hintergrund der drastischen Senkung der chinesischen Exportzölle sowie der fallenden Preise für Erdgas und Kohle (Produktionskosten) rechnen Analysten im weiteren Jahresverlauf bei Harnstoff und auch bei P-Düngern zudem mit rückläufigen Preisen.
 
Harnstoff am Weltmarkt stabil, in Deutschland teurer
Die Preise für Harnstoff lagen an den internationalen Handelsplätzen im Dezember stabil oder etwas fester bei 315 USD/t bis 320 USD/t. Für die nächsten Monate zeigen die Spotmarktpreise am Schwarzmeerhafen Yuzhny derzeit sogar wieder nach unten und liegen für die Verladung im Januar bei 320 USD/t und für Februar und März bei 310 USD/t. In den USA (Tampa) ist der Trend ähnlich, wobei das aktuelle Niveau bei 335 USD/t liegt und der Februar 330 USD/t kostet. An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) im Dezember 330 Euro. Bis Ende Januar sind die Preise dann auf 360 Euro gestiegen. Das ist ein Preisanstieg von 30 Euro oder 12 %.
 
Höhere Preise für KAS und AHL
Auch die Preise für Kalkammonsalpter (KAS) sind in Deutschland kräftig gestiegen obwohl die Preise für Ammonium (zumindest bis Dezember) am Weltmarkt zurückgegangen sind. Im Verlauf des Dezembers lagen die KAS-Preise an den deutschen Importhäfen (Ostsee) zwischen 270 Euro und 275 Euro und damit bereits 5 bis 10 Euro höher als im November (265 Euro). Ende Januar wurde KAS dann bereits für 280 Euro verladen. Auch die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) sind an den deutschen Spotmärkten kräftig gestiegen. Kostete der Flüssigdünger Anfang Dezember noch rund 200 Euro waren es Ende des Monats bereits 210 Euro und Ende Januar sogar schon 220 Euro /t. Das ist auch für AHL ein Preisanstieg von etwa 10 %.
 
Preissprung bei Phosphordünger
Auch die Preise für P-Dünger (DAP) haben an den deutschen Importhäfen im Januar 2015 kräftig zugelegt. Nachdem DAP Mitte Dezember an den deutschen Ostseehäfen noch für etwa 440 Euro verladen wurde, machten die DAP-Preise im Januar einen kräftigen Sprung bis auf 480 bis 485 Euro je t. Das ist ein Preis-Anstieg von 45 Euro bzw. etwa 10 %. Zwar sind die Exportpreise in den USA (Tampa) im Januar ebenfalls um rund 20 USD gestiegen auf etwa 485 USD/t, jedoch entspricht dies lediglich einem Preisaufschlag von 4 %. Allerdings kaufen die Europäer ihren P-Dünger vor allem in Nordafrika (Tunesien, Marokko) und zum Teil in Russland. Aus Marokko wurden im Januar allerdings fob-Preise von 525 USD/t gemeldet und damit auch ein Preisanstieg von 20 bis 25 USD/t bzw. 5 %.
 
Kalipreise ebenfalls leicht zugelegt
Leicht zugelegt haben an den deutschen Spotmärkten die Preise für Kalidünger. Nachdem Kornkali Mitte Dezember an den deutschen Ostseehäfen noch für etwa 260 Euro verladen wurde, lag die Preise Ende Januar bei 265 Euro je t. Das ist ein Preisanstieg von 5 Euro bzw. etwa 2 %. Am Weltmarkt waren die Preise zuletzt relativ stabil, nachdem es im November einen leichten Preisanstieg gegeben hatte, den Händler auf die Havarie einer Kalimiene (Solikamensk) beim russischen Kaligiganten Ural-Kali zurückführten. Trotz dieser Havarie hat Uralkali seine Kali-Produktion 2014 um 21 % auf 12,1 Mio. t gesteigert. Die Richtung bei den Preisen wird hier die bevorstehende Importvereinbarung des drittgrößten Kaliimporteurs China (ca. 6 Mio. t) mit Russland und dem nordamerikanischen Kalikartel vorgeben. Bis Dezember lagen die chinesischen Importortpreise für  Kalidünger (MOP) unverändert bei 305 USD/t (einschließlich Frachtkosten) und aus Brasilien meldet man aktuell Importpreise von 365 USD/t (cif).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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