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Analyse

Preise für Mineraldünger entwickeln sich unterschiedlich

von , am
10.02.2015

um Beginn des Jahres 2015 entwickeln sich die Preise für Mineraldünger an den internationalen Spotmärkten und am deutschen Markt unterschiedlich.

© agrar-press
 
Zum Beginn des Jahres 2015 entwickeln sich die Preise für Mineraldünger an den internationalen Spotmärkten und am deutschen Markt unterschiedlich. In Deutschland sind die Preise für die wichtigsten Mineraldünger Anfang 2015 gestiegen, während die Weltmarkpreise (außer für DAP) sich kaum veränderten oder sogar zurückgingen. Das hat verschiedene Gründe. Mittelfristig dürften jedoch auch die Preise in Deutschland den internationalen Mineraldüngerpreisen (nach unten) folgen. Dabei könnte es im weiteren Jahresverlauf bei Stickstoffdüngern (insbesondere Harnstoff) und bei Phosphordüngern  zu Preiskorrekturen nach unten kommen. Ein Grund ist sind die drastisch reduzierten Exportzölle des weltweit führenden Harnstoff- und P-Dünger Exporteurs China. Hinzu kommt die starke Abwertung der russischen und der ukrainischen Währung, die die Ausfuhren dieser beiden wichtigen Exporteure (in Dollar) ebenfalls deutlich verbilligt. Ein weiterer Grund für rückläufige Preise sind die weiter fallenden Erdgaspreise (Produktionskosten) in den USA und auch in Europa kostete Erdgas im Januar 2015 rund 20 % weniger als ein Jahr zuvor.
 
Schwacher Euro und relativ leere Läger
Eine Ursache für den aktuellen Preisanstieg in Deutschland und Europa ist inddessen der schwache Euro, der allein von November bis Januar rund 10 % an Wert gegenüber dem Dollar verloren hat und damit auch die Minerldüngerimporte verteurte. Hinzu kommt das Problem, dass viele Händler wegen der starken Preisschwankungen am Mineraldüngermarkt kaum noch über größere Lagerbestände verfügen. Damit lösen bereits kleinere Nachfrageschübe deutlich größere Preissprünge aus als in der Vergangenheit. Dennoch bleibt der Druck von den internationalen Exportmärkten nicht ohne Wirkung.
 
Weltmarkpreise für N-Dünger rückläufig
Anfang Februar wird geprillter Harnstoff am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuzhny für 305 USD/t angeboten und damit 15 bis 20 USD/t billiger als noch im Januar (325 USD). Für den März liegen die Preisangebote der Ukraine derzeit unter 300 USD. Geprillter chinesischer Harnstoff wird an den dortigen Exporthäfen für  280 USD/t (fob) offeriert und auch im Mittleren Osten sind die Preise für granulierte Ware um rund 10 USD auf 325 USD zurückgegangen. In den USA (fob-Golf) fallen die Preisangebote für granulierten Harnstoff von derzeit 315 USD/t bis zum Frühjahr ebenfalls unter 300 USD/t. Auch die Preise für Ammonium sind im Januar am Weltmarkt kräftig gefallen. Nach Exportpreisen von 460 bis 500 USD/t zum Jahreswechsel, rutschten die Preisangebote am Schwarzmeerhafen Yuzhny bis Anfang Februar auf 400 USD bis 410 USD/t nach unten.
 
Stickstoffdünger in Deutschland teurer
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) im Dezember 330 Euro. Bis Mitte Januar sind die Spotmarkpreise dann auf 360 Euro gestiegen und halten sich auch Anfang Februar auf diesem Niveau. Das ist ein Preisanstieg von 30 Euro oder 12 %. Auch die Preise für Kalkammonsalpter (KAS) sind in Deutschland zum Jahreswechsel kräftig gestiegen, obwohl die Preise für Ammonium am Weltmarkt weiter zurückgegangen sind. Im Dezember lagen die KAS-Preise an den deutschen Importhäfen (Ostsee) zwischen 270 Euro und 275 Euro und damit bereits 5 bis 10 Euro höher als im November (265 Euro). Ende Januar wurde KAS dann bereits für gut 280 Euro verladen und auch Anfang Februar sind die Preise ähnlich Auch die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) sind an den deutschen Spotmärkten weiter gestiegen. Kostete der Flüssigdünger Anfang Dezember noch rund 200 Euro, waren es Ende Januar bereits 220 Euro /t. Anfang Februar meldet man sogar AHL-Preise von 225 Euro. Das ist für AHL ein Preisanstieg von mehr als 10 %.
 
Preise für P-Dünger sind gestiegen
Die Preise für P-Dünger (DAP) haben an den deutschen Importhäfen im Januar 2015 kräftig zugelegt und sich Anfang Februar auf dem höheren Niveau konsolidiert. Nachdem DAP an den deutschen Ostseehäfen im Dezember für etwa 440 Euro verladen wurde, machten die DAP-Preise im Januar einen kräftigen Sprung auf 480 bis 485 Euro je t und liegen auch im Februar bei etwa 480 Euro. Allerdings sind auch die Exportpreise in Nordamerika im Januar um 20 bis 25 USD auf etwa 485 USD/t gestiegen. Aus Marokko wurden Anfang Februar weiterhin fob-Preise von 525 USD/t gemeldet und damit 20 bis 25 USD/t höhere Preise als im Dezember. In den USA bewegten sich die Exportpreise (Tampa) Anfang Februar bei 485 USD/t und damit wieder 10 USD niedriger als Ende Januar. Bis zur Jahresmitte rechnet man derzeit in den USA mit einem Rückgang der Exportpreise von etwa 30 USD/t. Aus China meldete man Ende Januar Exportpreise für DAP (fob) von 465 USD/t und damit im Vergleich zum Dezember ein stabiles Niveau.
 
Kalipreise Anfang Februar unverändert
Etwas gestiegen sind an den deutschen Spotmärkten im Januar die Preise für Kalidünger. Nachdem Kornkali im Dezember an den deutschen Ostseehäfen noch für etwa 260 Euro verladen wurde, bewegten sich die Preise Ende Januar und Anfang Februar bei 265 Euro je t. Am Weltmarkt sind die Preise weiterhin stabil bei etwa 305 USD/t, nachdem es im November einen Preisanstieg um etwa 15 USD/t gegeben hatte. Die weitere Entwicklung der internationalen Kalipreise entscheidet sich auf Basis der Importvereinbarungen des weltweit drittgrößten Kaliimporteurs China mit Russland sowie den nordamerikanischen Kaliexporteuren. Im Januar und im Dezember lagen die chinesischen Importortpreise für Kalidünger (MOP) unverändert bei 305 USD/t (einschließlich Frachtkosten). Aus Brasilien meldet man im Januar Importpreise von etwa 365 USD/t (cif).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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