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Analyse

Preise für P-Dünger im Herbst gefallen

von , am
11.11.2014

Die Preise für Phosphor-Dünger sind an den internationalen Spotmärkten im Herbst 2014 um knapp 10 % zurückgegangen. Trotz der jüngsten Preiskorrektur ist das Preisniveau jedoch rund 25 Prozent höher als im Herbst 2013

© landpixel
Die Preise für Phosphor-Dünger sind an den internationalen Spotmärkten im Herbst 2014 um knapp 10 % zurückgegangen. Für den November sieht es nach einem weiteren moderaten Rückgang oder nach einer Stabilisierung der Preise aus. Trotz der jüngsten Preiskorrektur ist das Preisniveau bei P-Dünger am Weltmarkt jedoch rund 25 Prozent höher als im Herbst 2013. Im letzten Jahr (2013) waren die Preise im November drastisch auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen. Ursache für den damaligen Preisrückgang (2013) war das gewachsene globale Angebot bei gleichzeitig deutlich kleineren Importen Indiens. An den deutschen Spotmärkten sind die Preise der jüngsten Entwicklung an den internationalen Märkten gefolgt.
 
DAP-Preise im Herbst rückläufig
Derzeit geht man am internationalen Markt bis zum Frühjahr 2015 nicht von größeren Preisveränderungen aus. Ein Grund ist die aus saisonalen Gründen deutlich nachlassende Nachfrage der großen Importeure Indien und Brasilien. Dabei verhindert der jüngste sehr starke Anstieg der Ammoniumpreise einen deutlicheren Rückgang der DAP- und MAP-Preise. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung bei P-Dünger wird jedoch das Exportverhalten der Chinesen sein. Im August lagen die Preise für DAP an den US-Exporthäfen am Golf (fob) etwa bei 505 USD/t und damit auf dem höchsten Stand des Jahres. (Im Mai hatte DAP am US-Golf noch 445 USD gekostet). Bis September ging es dann jedoch um 25 USD/t auf 480 USD/t nach unten und im Oktober lagen die Exportpreise bei knapp 470 USD/t. Anfang November hatten sich die Kurse dann knapp über der Marke von 460 USD/t stabilisiert.
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DAP-Preise in Deutschland etwas schwächer
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) sind die Preise für DAP-Dünger im August und im September kräftig um etwa 30 Euro/t auf etwa 440 Euro/t gestiegen. Im Oktober gaben die DAP-Preise dann jedoch mit den Weltmarkpreisen nach. Allerdings fiel der Rückgang mit etwa 10 Euro/t bislang relativ moderat aus. Mitte November wurde DAP an den deutschen Importhäfen für etwa 425 Euro bis 430 Euro/t abgegeben. Im Vergleich zum Herbst 2013 (340 Euro) sind die derzeitigen DAP-Preise an den deutschen Importhäfen rund 90 Euro oder etwa ein Viertel höher.
 
China baut seine Exporte kräftig aus
Für die chinesischen Exporteure von P-Dünger (DAP/TSP/MAP) hatte am 16. Oktober die Periode mit den höheren Exportzöllen begonnen. Die aktuellen Statistiken zeigen für das aktuelle Kalenderjahr 2014 eine kräftige Expansion der chinesischen Exporte. In den ersten 8 Monaten (Januar bis August) erhöhte sich der chinesische Export von P-Dünger auf insgesamt 4,2 Mio. t und war damit 60 % größer im vergleichbaren Zeitraum des letzten Jahres (2,6 Mio. t). Analysten erwarteten für das Gesamtjahr 2014 chinesische P-Dünger-Exporte von etwa 6,0 Mio. t (Vj: 5,2 Mio. t). Hauptabnehmer waren in diesem Jahr bislang Brasilien, Indien, Vietnam, Pakistan und Indonesien.
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Indiens Importe bisher unter den Erwartungen
Großes Gewicht für die Entwicklung der Marktpreise haben die Importe Indiens, dem neben Brasilien größten globalen Importeur von P-Dünger. Bislang bleiben die Importe jedoch hinter den Erwartungen zurück. Deshalb wurde die Importprognose zuletzt um 0,4 Mio. t reduziert. Für das gesamte indische Wirtschaftsjahr (April/März) schätzen Analysten den indischen Import auf 4,1 Mio. t, nach sehr schwachen 3,3 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Die Hauptmonate für Indiens Importe sind Juli bis September. Die bisherige Importmenge von April bis August wurde mit 1,6 Mio. t angegeben. Da sind sogar 18 Prozent weniger als im letzten Jahr (1,95 Mio. t) zu diesem Termin. Analysten gehen für den Zeitraum Oktober/November  jedoch von  Importen von etwa 1,2 Mio. t aus.
 
Brasilien Importe ebenfalls kleiner als erwartet
Brasiliens Einfuhren könnten nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr einen Umfang von 4,3 Mio. t erreichen und damit einen neuen Rekordwert, nach dem bisherigen Rekord von 4,1 Mio. t im letzten Jahr. Mitte des Jahres wurden allerdings für 2014 noch Einfuhren von 4,8 Mio. t erwartet und damit 0,5 Mio. t mehr. Brasiliens Nachfrage hatte dieses Jahr erst im September (sonst Juli) seinen saisonalen Höhepunkt erreicht und schwächt sich seitdem sehr deutlich ab. Die bisher erfasste Importmenge von Januar bis September wird mit 3,87 Mio. t angegeben. Da sind 11 Prozent mehr als im letzten Jahr ( 3,48 Mio. t) zu diesem Termin.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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