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Analyse

Preisrutsch bei Harnstoff am Weltmarkt

von , am
19.03.2015

Am Weltmarkt geraten die Preise für Harnstoff immer stärker unter Druck

© landpixel

 
Am Weltmarkt geraten die Preise für Harnstoff immer stärker unter Druck. Im Verlauf dieser Woche sind die Exportpreise für Harnstoff an allen wichtigen Handelsplätzen weiter kräftig gefallen. Vor allem für die kommenden Termine (Monate) wird Harnstoff am Weltmarkt immer billiger. Anfang März sind die Spotmarkpreise für Harnstoff auch an den deutschen Importhäfen zurückgegangen. Dabei hat der schwache Euro allein von Februar bis Mitte März rund 7 % an Wert gegenüber dem Dollar verloren hat und den Import von Mineraldüngern damit eigentlich verteuert. Allerings war der Rückgang der Exportpreise bei  Harnstoff noch stärker, so dass die Spotmarkpreise für Harnstoff  in Europa trotzdem zurückgingen. 
 
Harnstoffpreise fallen immer weiter
In dieser Woche wurde geprillter Harntoff am ukrainischen Exporthafen Yuzhny noch für rund 270 USD/t angeboten und damit knapp 30 USD billiger als Ende Februar. Die Angebotspreise für April und Mai lagen aktuell bei 260 USD/t und damit nochmals 10 USD/t niedriger. Auch in Ägypten sind die Exportpreise für granulierten Harnstoff im März gefallen und liegen derzeit bei 315 USD und der Apriltermin kostet in Ägypten derzeit nur noch 308 USD/t. Das sind ebenfalls 10 bis 15 USD weniger als vor drei Wochen. Im dem Mittleren Osten fordert man für granulieren Harnstoff an den dortigen Exporthäfen nur noch Preise von 295 USD/t.
 
DAP-Preise am Weltmarkt schwächer
Auch bei Phosphor-Dünger (DAP) sind die Preise im März am Weltmarkt ins Rutschen gekommen. An den wichtigsten nordamerikanischen Handelsplätzen gaben die Exportpreise für DAP-Dünger Ende März von 485 USD auf 480 USD nach. Für die Verladung im April kostet DAP in den USA (Tampa) nur noch 460 USD und für den Zeitraum von Mai bis Juni liegen die Angebotspreise nur noch bei 450 USD, Danach fallen die Exportpreise für DAP  sogar unter die Marke von 450 USD/. Auch in Brasilien geben die die Importpreise (cif) für P-Dünger weitr leicht nach und liegen derzeit noch bei bei 478 USD/t Aus Nordafrika (Marokko) meldet man ebenfalls rückläufige Preise P-Dünger.
 
Harnstoff in Deutschland etwas billiger
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Ende März etwa 350 Euro/t und damit etwa 10 Euro weniger als noch vor vier Wochen (360 Euro) und 5 Euro weniger als zum Beginn des Monates (355 Euro). Zeitweise (Mitte März) waren die Spotmarkpreise in Deutschland sogar bis auf 245 Euro gefallen. Der weiter nachgebende Euro wirkt jedoch weiteren Preisrückgängen entgegen, diese dürften angesichts der weiter nachgebenden Weltmarktpreise  jedoch nicht ganz aufzuhalten sind.
 
Preise für KAS und AHL steigen wegen schwachem Euro
An den internationalen Handelsplätzen sind Preise (in USD) für Kalkammonsalpter (KAS) im März um 5 % bis 6 % zurückgegangen. Der schwache Euro hat diesen Preisrückgang an den deutschen Spotmärkten bislang jedoch zunichte gemacht. Ende März kostete KAS an den deutschen Importhäfen sogar wieder etwas mehr als 285 Euro/t. Damit waren die KAS-Preise etwas höher als zum Beginn des Monats und gut 5 Euro höher als Ende Februar. Die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) sind an den deutschen Spotmärkten im März ebenfalls moderat gestiegen. Auch hier sind die Weltmarktpreise (in USD) im Sog der fallenden Harnstoffpreise im März um etwa 5 % zurückgegangen. Kostete der Flüssigdünger an den deutschen Spotmärkten Anfang März noch rund 220 Euro, bewegen sich die Preiseforderungen derzeit wieder bei 225 Euro.
 
P-Dünger wohl nur kurzfristig teurer
Die Preise für P-Dünger (DAP) sind Ende März an den deutschen Importhäfen (in Euro) recht kräftig gestiegen. Ursache können eigentlich nur temporäre Lieferengpässe sein, denn an den internationalen Handelsplätzen bewegen sich die Preise derzeit genau in die andere Richtung und für die nächsten Monate verstärkt sich dieser Trend offenbar noch. Moderat gestiegen sind zuletzt auch die Spotmarktpreise für Kalidünger (Kornkali). Ende März lagen die Preise bei knapp 270 Euro/t.  
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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