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Analyse

Schwacher Euro verteuert N-Dünger

von , am
16.10.2014

Die Preise für Harnstoff (und andere Stickstoffdünger) haben sich an den internationalen Handelsplätzen im September fast nicht verändert. An den deutschen Importhäfen (Ostsee) sind die Preise für Harnstoff (anders als am Weltmarkt) vor allem im August, aber auch noch im September gestiegen.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Harnstoff (und andere Stickstoffdünger) haben sich an den internationalen Handelsplätzen im September fast nicht verändert. Für die kommenden Monate bewegen sich die Preiserwartungen weiterhin seitwärts oder sogar nach unten. Am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuhzny lagen die Exportpreise für geprillten Harnstoff im September bei etwa 326 USD/t und damit etwa so hoch wie im August. Dabei hat die Ukraine die Produktion von Harnstoff (und Ammonium) wegen der deutlich gestiegenen Kosten (Gaspreise) zuletzt deutlich einschränken müssen. Preiserhöhungen waren wegen der deutlich niedrigeren Exportpreise Chinas (und des Iran) aber offenbar am Weltmarkt nicht durchzusetzen.
 
Für die Verladung im Oktober und im November 2014 liegen die Kontraktpreise für Lieferungen aus der Ukraine und vom arabischen Golf derzeit bei 320 USD/t. China hatte  im August und im September erneut sehr große Mengen Harnstoff vor allem Richtung Indien verkauft und liegt mit seiner gesamten Ausfuhrmenge weiterhin deutlich über dem Vorjahr. Im November endet turnusmäßig Chinas Niedrigzollphase beim Export von Harnstoff und die chinesischen Ausfuhrmengen dürften (etwas) zurückgehen. Allerdings schwächt sich dann üblicherweise auch die globale Nachfrage insbesondere aus Indien und den USA ab.
 
N-Dünger-Preise in Deutschland gestiegen
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) sind die Preise für Harnstoff (anders als am Weltmarkt) vor allem im August, aber auch noch im September gestiegen. Der an den Ostseehäfen umgeschlagene granulierte Harnstoff kostete Anfang Oktober zwischen 340 Euro/t und 345 Euro/t und damit rund 10 Euro mehr als Anfang September und sogar 35 Euro mehr als im August. Weiter gestiegen sind im September aber auch die Preise für KAS-Dünger. Hier nennen Händler an den Verladestellen der Ostseehäfen Preise um 260 Euro/t und damit rund 10 Euro mehr als Anfang September.
 
Ein Grund für den Preisanstieg in Deutschland ist der in Relation kräftig abgewertete Euro. Das macht die Importe tendenziell teurer, ohne dass sich die Weltmarktpreise in US-Dollar verändert hätten. Gleichzeitig ist die Nachfrage aus der Landwirtschaft in Europa und Deutschland, aber auch weltweit, wegen der stark gefallenen Preise für Getreide und Ölsaaten derzeit sehr zurückhaltend. Darüber hinaus sind die Lagerbestände im Landhandel weiterhin relativ begrenzt und die Abgabepreise steigen bei anziehender Nachfrage relativ rasch.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapss
 
Weitere ausführliche Informationen zur Entwicklung am europäischen und internationalen Markt für die Mineraldünger für die verschiedenen Stickstoffdünger, für P-Dünger und für Kalidünger mit aktuellen Preisen und Preisprognosen finden Sie Anfang nächster Woche (ab. 20.10)  im Marktkompass unter der Rubrik Düngemittel.
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