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Analyse

Eiweißfutter hat sich kräftig verteuert

von , am
16.07.2015

Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot sind von Juni bis Mitte Juli kräftig gestiegen.

© landpixel
 
Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot sind von Juni bis Mitte Juli kräftig gestiegen Das hatten die Märkte so nicht erwartetet, denn vor dem Hintergrund der aktuellen Rekordernten in Brasilien und Argentinien und der erwarteten Rekordanbaufläche bei Sojabohnen in den USA, passte diese Entwicklung eigentlich nicht ins Bild. Aber das Wetter in den USA machte einen dicken Strich durch die Rechnung der Analysten und der Markterwartungen. Dauerregen im Mittelwesten verzögerte die Sojaaussaat beträchtlich, flutete die Felder und verschlechterte Aufwuchsbedingungen und das Ertragspotential.
 
Fundamentale Daten sprechen gegen hohe Preise
Am Ende konnte auch die insgesamt geplante Sojafläche in den USA nicht bestellt werden. Das USDA beließ die erwartete neue US-Sojaernte in seinem aktuellen Julireport jedoch trotzdem auf einem sehr hohen Niveau und auch die Ernten in Brasilien und Argentinien wurden auf neue Rekordmarken nach oben gesetzt.
 
Damit ist die globale Versorgungslage bei Soja (anders als bei Raps) alles andere als eng und die globalen Bestände erreichen sogar neue Rekordmarken. Hinzu kommt, dass die beiden größten europäischen Produzenten (Ukraine und Russland) den Anbau ebenfalls kräftig ausgeweitet haben. Das alles spricht nicht für anhaltend hohe Soja- und Sojaschrotpreise.
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Schrotpreise seit Juni 30 bis 40 Euro gestiegen
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) Mitte Juli rund 368 Euro und damit 33 Euro mehr als vor vier Wochen (335 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum gleichen Termin etwa bei 345 Euro und waren damit 23 Euro niedriger. Für die Auslieferung und Verladung im August lagen die aktuellen Preisforderungen für Sojaschrot noch bei 360 Euro und damit 40 Euro höher als vier Wochen und für den September lagen die Angebotspreise bei 356 Euro .
 
Hinterer Rapsschrot kräftig verteuert
Die Preise für Rapsschrot lagen Mitte Juli am Export-Hafen in Hamburg bei etwa 260 Euro und damit ähnlich hoch wie vor vier Wochen (260 Euro). Für Rapsschrot der neuen Rapsernte 2015 (August) wurden in Hamburg knapp 240 Euro/t geboten und damit 16 Euro mehr als vier Wochen zuvor (224 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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