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Analyse

Eiweißfutter und Importmais drücken Futterkosten

von , am
06.08.2014

Die Preise für Futtergetreide und vor allem für Eiweißfutter sind im Juli weiter kräftig zurückgegangen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergetreide und vor allem für Eiweißfutter sind im Juli weiter kräftig zurückgegangen. Für die Tierhalter in Deutschland und der EU dürfte diese Entwicklung zu einer spürbaren Kostenentlastung führen. Das verdeutlichen jedenfalls die aktuellen Daten der EU-Kommission über die Preisentwicklung bei den wichtigsten Einzelfuttermitteln sowohl am EU-Binnenmarkt als auch an den Importhäfen. So sind die Importpreise für Sojaschrot im Juli um 9 % oder rund 35 Euro/t zurückgegangen. Im Vergleich zu den Preisen vom Juli 2013 war Sojaschrot damit sogar 20 % bzw. 95 Euro/t billiger. Auch die Preise Futtergetreide sind sowohl am EU-Binnenmarkt als auch am Weltmarkt im Juli zurückgegangen.
 
Billiger Mais drückt Futterkosten
Im Juli haben die niedrigeren Weltmarktpreise für Mais den Import von Futtermais in die Europäische Union deutlich vor dem Erntebeginn auf der Nordhalbkugel kräftig angekurbelt. Die Importmenge (Lizenzen) von Mais in die Europäische Union erreicht in den ersten vier Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits die Marke von 1,11 Mio. t. Von der EU-Kommission wurden die durchschnittlichen Importpreise für Mais (cif Rotterdam) für den Monat Juli mit knapp 162 Euro/t angegeben, während der Mais am EU-Binnenmarkt zu diesem Termin durchschnittlich 173 Euro kostete und einen Monat zuvor (Juni) sogar 182 Euro/t. Vor einem Jahr im Juli 2013, lagen die Importpreise für Mais (cif Rotterdam) bei knapp 240 Euro/t und am EU-Binnenmarkt kostete der Mais zu diesem Termin im Schnitt 221 Euro/t.
 
Preise für Eiweißfutter fallen weiter
Besonders kräftig sind im Juli die Preise für importiertes Eiweißfutter (Sojaschrot. 44 %) gefallen. Die EU-Kommission ermittelte für den Monat Juli am Importhafen Rotterdam einen Schrotpreis von 380 Euro/t. Im Vergleich zum Juni (416 Euro) sind die Preise damit um 35 Euro bzw. 9 % gefallen und gegenüber dem Juli 2013 (475 Euro) sind die Schrotpreise derzeit 95 Euro bzw. 20 % niedriger. Trotz des kräftigen Preisrückgangs ist in den nächsten Monaten mit einem weiteren Rückgang der Preise zu rechnen. Am US-Terminmarkt kosteten Sojabohnen für den Augusttermin (am 05. August) umgerechnet 337 Euro/t und der November knapp 293 Euro/t. Die neue Ernte im Herbst 2014 (Nov.) wird damit nochmals etwa 44 Euro bzw. 14 % unter den derzeitigen Preisen gehandelt.
 
Sojaschrot auch in Deutschland immer billiger
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) noch im März etwa 425 Euro. Ende Juni rutschten die Preise dann unter die Marke von 400 Euro/t. Im Juli gaben die Preise für Sojaschrot in Hamburg dann mit den neuen US-Ernteprognosen weiter nach. Anfang August kostete Sojaschrot in Hamburg dann weniger als 360 Euro/t und für den September liegen die Kontraktpreise derzeit bei 350 Euro. Die Preis-Erwartungen für den November bewegen sich nur noch bei etwa 345 Euro/t.
 
Rapsschrotpreise sind kräftig gefallen
Rapsschrot kostet an den Verladestellen in Hamburg im März noch zwischen 285 bis 290 Euro und damit mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai lagen die Preise bei etwa 245 Euro und bis Juni fielen die Schrotpreise dann unter 220 Euro. Anfang August kostete Rapsschrot in Hamburg dann sogar weniger als 200 Euro/t und auch für den September pendeln die Kontraktpreise derzeit um die Marke von 200 Euro. Die Preis-Erwartungen für den November bewegen sich ebenfalls bei etwa 200 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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