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Analyse

Eiweißfutter verteuert sich drastisch

von , am
12.11.2014

Am Markt für Ölsaaten und Ölschrote hat an der zweiten Oktoberhälfte die langsame US-Sojaernte und der ungewöhnlich starke US-Sojaexport die Preisentwicklung bestimmt.

© Mühlhausen/landpixel
Am Markt für Ölsaaten und Ölschrote hat in der zweiten Oktoberhälfte die langsame US-Sojaernte und der ungewöhnlich starke US-Sojaexport zu einer Preisrallye geführt. So sind die Sojapreise in den USA ungeachtet der erneut bestätigten Rekordernte in den USA um 17 Prozent gestiegen. Gleichzeitig legten die Preise für Sojaschrot am US-Terminmarkt um 36 Prozent (!!) zu. Diese doch etwas überraschend Preisrallye blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Soja- und Schrotpreise an den deutschen Importhäfen. Die Ursachen für den rasanten Preisanstieg sind neben den rekordhohen Exporten der USA ein Wintereinbruch im Nordosten der USA mit Schneefällen, der durchaus zu Produktionseinbußen führen könnte. Bis zum 09. November waren 90 Prozent der riesigen Sojaernte eingebracht und damit etwa so viel wie im langjährigen Mittel. Ein weitere Grund für den aktuellen Preisanstieg ist die witterungsbedingt stark verzögerte Soja-Aussaat in Brasilien die auch zu einer zwei bis drei Wochen späteren Ernte und damit mit zu einem späteren Angebot und einer längeren Angebotslücke am Weltmarkt führen wird.
 
Sojaschrotpreise steigen dramatisch
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) in der zweiten Novemberwoche 395 Euro und damit 50 Euro mehr als vor vier Wochen (345 Euro). Weiter landeinwärts liegen die Preisforderungen für Auslieferung bis Dezember 2015 sogar deutlich über 400 Euro/t. Für die Verladung im Dezember lagen die Preisforderungen in Hamburg ebenfalls bei 395 Euro und damit sogar 70 Euro höher als einen Monat zuvor (325 Euro). Die Preis-Erwartungen für den Februar 2015 bewegen sich bei etwa 370 Euro/t und damit rund 60 Euro über dem Niveau des Vormonats (310 Euro/t). Rapsschrot kostet an den Verladestellen in Hamburg Mitte November 217 Euro und damit 17 Euro mehr als vor vier Wochen (200). Für die Verladung im Dezember liegen die Preisforderungen derzeit ebenfalls bei 218 Euro und auch für den Februar 2015 ist das Preisniveau ähnlich hoch.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
 
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