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Analyse

Futterkosten dürften im Juni zurückgehen

von , am
27.05.2014

Im März und im April 2014 sind die Futterkosten in der Tierproduktion erstmals seit 14 Monaten wieder moderat gestiegen und im Mai haben sich die Preise für Futtermittel kaum verändert.

Der Absatz von Mischfutter wird vermutlich im zweiten Halbjahr deutlich sinken. © Kybele/www.fotolia.com
 
Im März und im April 2014 sind die Futterkosten in der Tierproduktion erstmals seit 14 Monaten wieder moderat gestiegen und im Mai haben sich die Preise für Futtermittel kaum verändert. Für den Juni zeichnet sich mit den zuletzt nach unten gerutschten Getreidepreisen und den rückläufigen Kosten für Eiweißfutter jedoch eine  Entlastung bei den Futterkosten ab. Im vorigen Jahr (2013) waren die Futterkosten im Jahresverlauf um etwa 20 Prozent (Schwein) bis 25 Prozent (Rind) gefallen. Ursache für den Preisanstieg im Frühjahr 2014 waren sowohl die wieder steigenden Preise für Getreide als auch dass sich erneut verteuernde Eiweißfutter.
 
Futterkosten aber deutlich niedriger als 2013
Trotz des moderaten Preisanstiegs zum Jahresbeginn mussten Landwirte Anfang 2014 deutlich weniger Geld für Futtermittel ausgeben als 12 Monaten zuvor. Das lassen die aktuellen Daten der EU-Kommission für die wichtigsten in der EU selbst erzeugten und importierten Futtermittel erkennen. Danach waren die Futterkosten in der europäischen Schweinemast im April 2014 rund 14 % niedriger als zwölf Monate zuvor. In Deutschland mussten die Schweinemäster zu diesem Zeitpunkt 13 % weniger für Futter ausgeben als im April 2013. Gleichzeitig waren die Futterkosten in Deutschland in der Schweinemast rund 6 % niedriger als im Durchschnitt der EU. In der spezialisierten Rindermast lagen die EU-Futterkosten im April 2014 rund 12 % unter dem Niveau des Vorjahres und in der Geflügelmast kostet Futter nach den Berechnungen EU-Kommission 11 % weniger.
 
Preise für Futtergetreide erneut rückläufig
Die höchsten Preise für Futtermittel ermittelte die EU-Kommission im letzten Jahr (2013) im Januar. In den darauffolgenden Monaten etwa bis Mai/Juni 2013 gaben die Futterkosten jedoch nur moderat um etwa 4 % nach. Erst zur neuen Ernte 2013 mit den kräftig fallenden Preisen für Futtergetreide rutschten dann auch die Futterosten deutlich nach unten. Im April 2014 kostete der Futterweizen nach den Daten der EU-Kommission dann 18 % weniger als im Vorjahr, die Preise für Futtergerste waren 20 % niedriger und Körnermais war zu diesem Zeitpunkt am EU-Binnenmarkt rund 18 % billiger. Die Preise für importierten Mais lagen nach den Angaben der Kommission im April 2014 sogar 28 % unter dem Niveau des Vorjahres und waren zudem knapp 7 % niedriger als die Maispreise am EU-Binnenmarkt. Im Mai 2014 haben die Getreidepreise am Binnenmarkt nachgegeben und waren im Import (Mais) stabil, so die Futterkosten im Mais moderat und im Juni deutlich nachgeben dürften.
 
Preise für Eiweißfutter fallen nur langsam
Im Unterschied zu den Getreidepreisen sind die Preise für importiertes Eiweißfutter (Sojaschrot) seit der letzte Preisspitze im August 2014 bis zum Januar 2014 vergleichsweise moderat um etwa 11% zurückgegangenen. Im Februar und März 2014 hat sich Sojaschrot am EU-Markt dann sogar wieder um etwa 5 % verteuert. Im April gingen die Sojaschrotpreise (mit den Ernteprognosen) jedoch wieder zurück, liegen aber immer noch höher als zum Jahresbeginn. Im April 2014 war Sojaschrot außerdem noch teuer als vor einem Jahr. Damit hatte angesichts der aktuellen Rekordernte in Südamerika und der sehr großen Ernteerwartungen für die USA im Herbst wohl niemand gerechnet. In den nächsten Monaten ist jedoch mit einem weiteren Rückgang der Preise zu rechnen. Am US-Terminmarkt kosten Sojabohnen für den Julitermin (am 26. Mai) umgerechnet 408 USD/t und der August knapp 390 Euro/t. Die neue Ernte im Herbst 2014 (Nov.) wird nur noch für umgerechnet 341 Euro gehandelt und damit 16 % billiger.
 
Sojaschrot noch immer teuer, Rapsschrot billiger
Die zurückliegende Entwicklung am Markt für Sojabohnen zeigte sich auch bei den Schrotpreisen in Deutschland. Ende Januar 2014 kostete Sojaschrot in Hamburg (frei LKW) noch 395 Euro. Bis März stiegen die Preise dann wieder auf 425 Euro und im April gaben die Schrotpreise dann erneut auf etwa 408 Euro/t nach. Für den Juni rechnet man derzeit allerdings noch mit Preisen über 400 Euro/t. Erst für den August rutschen die Kontraktpreise für Sojaschrot in Hamburg unter der Marke von 400 Euro/t. Rapsschrot kostet in Hamburg Ende Januar rund 250 Euro/t und damit rund 8 % weniger als ein Jahr zuvor. Bis Februar 2014 stiegen die Preise dann auf 260 Euro und im März kostete Rapsschrot dann wieder 285 bis 290 Euro und damit mehr als vor einem Jahr. Die Kontraktpreise für den Juni liegen jedoch wieder bei 248 Euro. Mit der neuen Ernte (August) gehen die Preise für Rapsschrot dann sogar auf 225 Euro/t zurück.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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