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Analyse

Futterkosten steigen seit März wieder

von , am
11.04.2014

Im März 2014 sind die Futterkosten in der Tierproduktion erstmals seit 12 Monaten wieder gestiegen

© Mühlhausen/landpixel
 
Im März 2014 sind die Futterkosten in der Tierproduktion erstmals seit 12 Monaten wieder gestiegen. Ursache sind die wieder steigenden Preise für Getreide und vor allem dass sich erneut kräftig verteuernde Eiweißfutter. Dieser Kostenanstieg dürfte sowohl Schweinehaltern als auch Rindermästern zu schaffen machen, denn die Preise für Schweine und Schlachtrinder sind niedriger als im letzten Jahr. Auch für die Milchproduzenten schrumpfen die Margen mit den zuletzt ebenfalls wieder rückläufigen Milchpreisen. Zumindest bis zum Februar sind die Futterkosten nach den Daten der Europäischen Kommission jedoch zurückgegangen und haben die Tierhalter entlastet.
 
Futterkosten noch bis Februar 2014 gefallen
Von Februar 2013 bis zum Februar 2014 sind die Futterkosten in der Europäischen Union kontinuierlich gefallen und Landwirte müssen Anfang 2014 deutlich weniger Geld für Futtermittel ausgeben als vor 12 Monaten. Das lassen zumindest die aktuellen Daten der EU-Kommission für die wichtigsten in der EU selbst erzeugten und importierten Futtermittel erkennen. Danach waren die Futterkosten in der europäischen Schweinemast im Februar 2014 rund 18 % niedriger als zwölf Monate zuvor. Auch in Deutschland mussten die Schweinemäster zu diesem Zeitpunkt 19 % weniger für Futter ausgeben als im Februar 2013. Gleichzeitig waren die Futterkosten in Deutschland in der Schweinemast rund 9 % niedriger als im Durchschnitt der EU 27. In der spezialisierten Rindermast lagen die EU-Futterkosten im Februar 2014 knapp 15 % unter dem Niveau des Vorjahres und in der Geflügelmast kostet Futter nach den Berechnungen EU-Kommission 19 % weniger.
 
Futtergetreide deutlich billiger als 2013
Die höchsten Preise für Futtermittel ermittelte die EU-Kommission im Jahr 2013 im Januar. In den darauffolgenden Monaten etwa bis Mai/Juni 2013 hielten sich die Futterkosten jedoch auf einem sehr hohen Niveau. Erst zur neuen Ernte 2013 mit den kräftig fallenden Preisen für Futtergetreide gaben dann auch die Futterosten deutlich nach. Im Februar 2014 kostete der Futterweizen nach den Daten der EU-Kommission dann 21 % weniger als im Vorjahr, die Preise für Futtergerste waren 24 % niedriger und Körnermais war zu diesem Zeitpunkt am EU-Binnenmarkt rund 25 % billiger. Die Preise für importierten Mais lagen nach den Angaben der Kommission im Februar 2014 sogar 30 % unter dem Niveau des Vorjahres und waren zudem etwa 5 % niedriger als die Maispreise am EU-Binnenmarkt. Im März 2014 haben die Getreidepreise sowohl am Binnenmarkt als auch im Import wieder zugelegt und dürften auch die Futterkosten mit nach oben ziehen.
 
Eiweißfutter wieder teurer als 2013
Im Unterschied zu den Getreidepreisen sind die Preise für importiertes Eiweißfutter (Sojaschrot) seit der letzte Preisspitze im August 2014 bis zum Januar 2014 nur relativ moderat um etwa 11% zurückgegangenen. Seit Februar 2014 hat sich Sojaschrot am EU-Markt dann sogar wieder verteuert. Gegenüber dem Januar beträgt der Preisaufschlag 4 % und im März sind die Preise nochmals um 2 % gestiegen. Damit war Sojaschrot im Februar 2014 rund 6 % teuer als vor einem Jahr und im März mussten die europäischen Landwirte für das wichtigste Eiweißfutter knapp 9 % mehr ausgeben als 12 Monate zuvor. Damit hatte angesichts der erwarteten Rekordernte in Südamerika wohl niemand gerechnet. Erst in den nächsten Monaten, mit der allmählich auf die Märkte drängenden Ernte aus Südamerika, ist mit einer Preiskorrektur zu rechnen.
 
Soja- und Rapsschrot kosten auch in Deutschland mehr
Diese Entwicklung zeigte sich auch bei den Schrotpreisen in Deutschland. Ende Januar 2014 kostete Sojaschrot in Hamburg (frei LKW) noch 395 Euro. Im März lagen die Preise bei 425 Euro und für den April liege die Preise derzeit bei rund 408 Euro/t. Auch für den rechnet man derzeit noch mit Preisen über 400 Euro/t. Erst für den Juni rutsche die Kontraktpreise für Sojaschrot in Hamburg derzeit unter der Marke von 390 Euro/t. Rapsschrot kostet in Hamburg Ende Januar rund 250 Euro/t und damit rund 8 % weniger als ein Jahr zuvor. Bis Februar 2014 stiegen die Preise dann auf 260 Euro und im März kostete Rapsschrot sogar knapp 285 bis 290 Euro und damit mehr als vor einem Jahr. Ähnlich hoch sind die aktuellen Kontraktpreise für den Mai. Erst mit der neuen Ernte (August) sollen die Kontraktpreise für Rapsschrot dann auf 235 Euro/t zurückgehen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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