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Analyse

Kräftiger Preisrückgang bei Eiweißfutter

von , am
27.08.2015

Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot sind von Juli bis August sehr kräftig gefallen

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot sind von Juli bis August sehr kräftig gefallen. Rund 12 % sind die Kurse für Sojabohnen allein im August zurückgegangen. Seit Mitte Juli beträgt der Preisrückgang für Sojabohnen an den US-Terminmärkten sogar 15 %. Und die Preise fallen weiter. Das bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Preise für Eiweißfutter bzw. auf die Importpreise für Sojabohnen und Sojaschrot in Europa, zumal der Wert des Euros zuletzt gestiegen ist und damit die Importe von Eiweißfutter sich damit zusätzlich verbilligt haben.
 
Viele Faktoren drücken auf die Preise
Druck auf die Preise kommt zudem auch von den rekordhohen Ernten und den umfangreichen Exporten von Sojabohne und Sojaschrot aus Südamerika. Die Südamerikaner drängen derzeit die USA mit sehr günstigen Angeboten aus dem Markt und sorgen gelichzeitig für weiter nachgebende Preise. Zudem verunsichert die aktuelle wirtschaftliche Schwäche Chinas die Märkte. Ein Rückgang oder ein Stagnieren der Importe des mit Abstand größten globalen Soja-Importeurs China, würde die Preise (nicht nur bei Soja) zusätzlich unter Druck setzen.
 
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Rohöl drückt auf Pflanzenölmarkt
Gleichzeitig zieht der aktuelle Absturz der Rohölpreise (zeitweise unter 40 USD) über die nachgebenden Pflanzenölmärkte auch die Preise für Sojabohnen und Raps mit nach unten. Insgesamt deutet derzeit mehr auf einen weiteren Rückgang der Eiweißfutterpreise hin als auf eine Erholung. Der Preissturz bei Sojabohnen blieb dabei nicht ohne Auswirkungen auf den heimischen Markt für Rapssaat und Rapsschrot. Die Preise für Rapssaat sind seit Juli jedenfalls um 13 % bzw. rund 50 Euro gefallen und lagen zweitweise unter der Marke von 350 Euro.
 
Schrotpreise um 30 bis 40 Euro gefallen
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) Ende August rund 330 Euro und damit 38 Euro bzw. 10 % weniger als vor vier Wochen (368 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum gleichen Termin etwa bei 390 Euro und waren damit 60 Euro höher. Für die Auslieferung und Verladung im September/Oktober lagen die aktuellen Preisforderungen für Sojaschrot ebenfalls bei 330 Euro und damit 30 Euro niedriger als vier Wochen (360).
 
Rapsschrot um 10 % gefallen, aber teurer als 2014
Die Preise für Rapsschrot lagen Mitte August am Export-Hafen in Hamburg bei etwa 236 Euro und damit 24 Euro bzw. 10 % niedriger als vor vier Wochen (260 Euro). Für Rapsschrot zu Auslieferung im Oktober wurden in Hamburg knapp 237 Euro/t geboten und für den November lagen die Preisvorstellungen bei 240 Euro. ). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Rapsschrot zum gleichen Termin etwa bei 205 Euro und waren damit (trotz des aktuellen Preisrückgangs) etwa 30 Euro niedriger als in diesem Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke
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