Login
Analyse

Preise für Eiweißfutter bleiben hoch

von , am
15.12.2014

Die sehr festen Preise in den USA und am Weltmarkt blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Soja- und Schrotpreise an den deutschen Importhäfen.

© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Eiweißfutter pendelten zuletzt in einer relativ engen Spanne. Gleichzeitig war das Preisniveau deutlich höher als man angesichts der riesigen Sojaernte in den USA und den zuletzt weiter nach oben korrigierten Ernteprognosen für Südamerika erwarteten konnte. Die neue südamerikanische Ernte kommt jedoch erst im Frühjahr 2015 auf den Markt und bis dahin bestimmt die Situation in den USA die Richtung bei den Soja- und Sojaschrotpreisen. In den USA halten sich die Farmer nach dem Preissturz Ende September jedoch mit dem Verkauf der Bohnen stärker zurück als erwartet. Gleichzeitig ist die Nachfrage sowohl am Binnenmarkt als auch im Export unverändert stark.
 
Zuletzt kauften  China und auch andere Importeure reichlich Bohnen in den USA, so dass die laufenden US-Exporte von Sojabohnen bis Anfang Dezember auf 40,4 Mio. t kletterten und damit deutlich höher waren als im letzten Jahr zu diesem Termin mit 38,6 Mio. t. Die laufenden US-Schrotexporte stiegen bis Anfang Dezember auf 6,85 Mio. t, im Vergleich zu 5,8 Mio. t im vorigen Jahr. Nicht wenige Analysten gehen derzeit davon aus, dass sich die Sojapreise (und ihrem Gefolge auch die Schrot- und die Rapspreise) bis zur neuen südamerikanischen Ernte im Frühjahr 2015 in einer relativ engen Preispanne bewegen werden.
 
Die festen Sojapreise in den USA und am Weltmarkt blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Soja- und Schrotpreise in Deutschland. Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) in der dritten Dezemberwoche etwa 360 Euro und damit nur 15 Euro weniger als vor vier Wochen (Nov: 375 Euro). An den Handelsplätzten weiter landeinwärts lagen die Preisforderungen für den Dezember zwischen 370 Euro und 390 Euro/t. Für die Auslieferung im Januar lagen die Preisforderungen in Hamburg bei 370 Euro (Nov: 375 Euro) und damit sogar 10 Euro höher als für den Dezembertermin. Die Preis-Erwartungen für den Februar 2015 bewegen sich bei 360 Euro bis 365 Euro/t und damit nur geringfügig niedriger als für Januartermin sowie ähnlich hoch wie vor Wochen (Nov: 360 Euro/t).
 
Die Preise für Rapsschrot lagen am Importhafen in Hamburg Mitte Dezember bei rund 230 Euro und damit etwa 15 Euro/t höher als vor vier Wochen (215 Euro). Rapsschrot zur Anlieferung von Januar bis Mai wurde in Hamburg auf einem ähnlichen Niveau mit 230 Euro/t angeboten.
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant