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Analyse

Preise für Eiweißfutter erneut kräftig gestiegen

von , am
13.03.2015

Die Preise für Eiweißfutter sind in der zweiten Märzwoche in Deutschland erneut kräftig gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Eiweißfutter sind in der zweiten Märzwoche in Deutschland erneut kräftig gestiegen. Auch die hinteren Termine haben sich diesmal kräftig verteuert, denn die Aussichten auf eine schnelle Belieferung mit neuerntigem Soja und Sojaschrot aus Südamerika haben sich in den letzten beiden Wochen weiter verschlechtert. In Brasilien ist das Erntetempo und die Belieferung der wichtigsten Exporthäfen mit Soja und mit Sojaschrot nach wie vor weitaus langsamer als im letzten Jahr. Deshalb richtet sich die globale Nachfrage immer wieder auf die verfügbare US-Ware und die Preise an den Terminmärkten und den internationalen Handelsplätzen werden nach oben gezogen.
 
Sehr langsame Ernte in Brasilien; schwacher Euro
Anfang März waren in Brasilien erst 28 % der Sojaernte eingebracht, im Vergleich zu 41 % im Jahr zuvor. Hinzu kam der (beendete) Streik der Transportarbeiter (Truckfahrer) , der den Transport und den Export von Bohnen und Schrot aus Brasilien zusätzlich erheblich verzögert hat. In Argentinien hatte die neue Sojaernte Mitte März zudem noch gar nicht begonnen, so dass auch von dort keine Entlastung kommt. Zusätzlich verteuert der sehr schwache und allein von Februar bis März um 9 % bis auf 1,054 USD gefallene Euro die Importe vom Sojabohnen und Schrot. Am US-Terminmarkt in Chicago (und am Weltmarkt) halten sich die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot vor diesem Hintergrund weiterhin auf hohem Niveau, ungeachtet der im aktuellen Märzreport des USDA erneut bestätigten Rekordernten in Brasilien und Argentinien.
 
Sojaschrot am Weltmarkt weiterhin teuer
An den US-Exporthäfen am Golf wurden Sojabohnen am Mittwoch (11.03) für den Märztermin für 394 USD/t (374 Euro) verladen. Die Preisforderungen für die Verladung im April lagen bei 392 USD/t (372 Euro) und für den Mai bei 391 USD/t (371 Euro). Argentinische Sojabohnen wurden für die Auslieferung im Mai für 376 USD/t (357 Euro) angeboten und damit 18 USD/t billiger als die aktuelle US-Ware und nur 15 USD unter dem US-Preis vom Mai. Die europäischen Importpreise (Spotmarkt) für Sojaschrot lagen am Mittwoch in Rotterdam bei 461 USD/t (437 Euro) und für die Auslieferung im April lagen die Preisforderung in Rotterdam bei 432 USD/t (410 Euro). Für den Mai geht man in Rotterdam derzeit von Sojaschrotpreisen von 423 USD/t (401 Euro) aus und damit von März bis Mai von einem Preisrückgang von etwa 38 USD oder 8 %. Rapsschrot wurde in Rotterdam am Mittwoch für die Auslieferung im März mit 264 USD/t (250 Euro) notiert und für den April mit 263 USD/t.
 
Importpreise für Sojaschrot wieder gestiegen
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) am 12. März rund 370 Euro und damit 12 Euro mehr als in der Vorwoche (357 Euro) jedoch 10 Euro weniger als zum zur letzten Preisspitze Ende Januar (380 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum aktuellen Termin etwa bei 430 Euro und damit 50 Euro höher. Für die Auslieferung und Verladung im April 2015 lagen die Preisforderungen in Hamburg am Donnerstag (12.03) ebenfalls bei 371 Euro. Die Preis-Erwartungen für den Mai lagen bei 363 (Vw: 345 Euro). Damit liegen die Preisforderungen für den Mai nur noch 7 Euro unter dem aktuellen Niveau.
 
Rapsschrot verteuert sich ebenfalls
Die Preise für Rapsschrot lagen am Donnerstag am Export-Hafen in Hamburg bei 246 Euro und damit 6 Euro höher als vor einer Woche (240 Euro) und fast wieder so hoch wie zu letzten Preisspitze Ende Januar (248 Euro). Dabei sind die Preise für Rapssaat im Verlauf der Woche am Terminmarkt ebenfalls kräftig gestiegen und lagen am Donnerstag (11.03) am Großmarkt in Hamburg bei 375 Euro und damit 10 Euro höher als vor einer Woche (365 Euro). Im vorigen Jahr kostete Rapsschrot in Hamburg zu diesem Termin etwa 295 Euro und damit 49 Euro mehr als 2015. Rapsschrot der neuen Rapsernte 2015 (August) wurde in Hamburg mit 223 Euro notiert damit ebenfalls höher als in der vorigen Woche (218 Euro). Im Vergleich zu den aktuellen Preisen kostet der Schrot der neuen Ernte 23 Euro weniger.
 
Dr. Olaf Zinke
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