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Analyse

Preise für Eiweißfutter fallen kräftig

von , am
11.07.2014

Im Juli sind die Preise für Eiweißfutter an den internationalen Märkten und an den deutschen Importhäfen (Ostsee) regelrecht abgestürzt.

© Beuermann/landpixel
 
Im Juli sind die Preise für Eiweißfutter an den internationalen Märkten und an den deutschen Importhäfen (Ostsee) regelrecht abgestürzt und dürften die deutschen Tierhalter spürbar entlasten. Ursache für den Preisrutsch waren die im Juli überraschend deutlich nach oben geschraubten Erwartungen an die neue Sojaernte in den USA und damit auch die deutlich verbesserte globale Versorgungsbilanz beim wichtigsten Eiweißfutter. Die Märkte haben auf die erwarteten Veränderungen mit heftigen Preisabschlägen reagiert. Die Sojapreise rauschten innerhalb von 10 Tagen (Ende Juni bis 10 Juli) um 11 % nach unten.
 
Rekord US-Ernte und Verdreifachung der Bestände
Analysten hatten die neue US-Sojaernte Anfang Juli auf 103,10 Mio. t geschätzt und gingen damit erstmals von einer Produktion über der 100-Mio.-t-Marke aus. Das USDA hatte die Produktion im Juni bereits auf den neuen Rekordwert von 98,965 Mio. t veranschlagt und im letzten Herbst (2013) ernteten die US-Farmer 89,5 Mio. t. Ganz besonders drastisch verändern sich jedoch die Endbestände bei Sojabohnen im neuen Wirtschaftsjahr. Dabei bleibt die Versorgung bis zur neuen Ernte jedoch noch relativ angespannt, auch wenn die End-Bestände etwas größer sind als zunächst befürchtet. In einer Konsensschätzung gehen Analysten für das alte Wirtschaftsjahr 2013/14 von einem US-Sojabestand von 3,48 Mio. aus. Für die kommende Saison 2014/15 erwartetet man einen Endbestand bei Sojabohnen von 11,35 Mio. t. Das wäre mehr eine Verdreifachung der Endbestände und zudem der größte US-Bestand seit 2006/07.
 
Preise für Sojaschrot drastisch gefallen
Die aktuelle Entwicklung am Markt für Sojabohnen zeigte sich auch bei den Schrotpreisen in Deutschland. Im März kostete Sojaschrot in Hamburg rund 425 Euro und bis Juni gaben die Schrotpreise nur bis etwa 400 Euro/t nach. Anfang Juli stürzen die Kontraktpreise für Sojaschrot in Hamburg dann bis auf 350 Euro/t nach unten und für den September liegen die Preisforderungen unter 340 Euro. Rapsschrot kostete in Hamburg im März noch 285 bis 290 Euro und damit mehr als vor einem Jahr. Die Kontraktpreise für den Juni lagen bei 255 Euro. Für die neue Ernte (August) liegen die Preise nur noch knapp über der 200-Euro-Marke.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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