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Analyse

Preise für Eiweißfutter geben weltweit nach

von , am
20.03.2015

Die Preise für Eiweißfutter sind in der dritten Märzwoche an den internationalen deutschen Spotmärkten zurückgegangen.

© dlz agrarmagazin
Die Preise für Sojaschrot (Eiweißfutter) sind in der dritten Märzwoche an den internationalen  und an  den deutschen Spotmärkten zurückgegangen. Dabei betraf der Preisrückgang vor allem die Auslieferungstermine im März und im April. Die Preise für die nachfolgenden Termine haben sich zunächst kaum verändert. Ursache für den Preisrückgang ist die zuletzt immer besser in Fahrt kommende Sojaernte in Brasilien und der davon ausgehende Druck auf die Terminmärkte für Sojabohnen und Schrot. Analysten schätzten, dass mittlerweile 50 % bis 60 % der brasilianischen Sojaernte eingebracht sind. Die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado haben ihre Ernteprognose in dieser Woche um 0,6 Mio. t auf 94,4 Mio. t gesenkt. In der letzten Woche hatte die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB seine Erwartung zur brasilianischen Sojaernte von 94,5 Mio. t auf 93,3 Mio. t reduziert. Beide Schätzungen liegen jedoch sehr deutlich über der bisherigen brasilianischen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 86,1 Mio. t.
 
Flutschäden in Argentinien befürchtet
In Argentinien hatte die neue Sojaernte noch nicht begonnen. Analysten berichten jedoch über großflächige Überflutungen im Norden des Landes, die zu Ernteverlusten von 1,0  Mio. t bis 2,5 Mio. t führen könnten. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die argentinische Sojaernte derzeit auf den neuen Rekordwert von 57 Mio. t. Zuletzt verteuert der von Februar bis März um  rund  8 % im Wert gefallene Euro die Importe vom Sojabohnen und Schrot. Am Mittwoch (18.03) hatte sich die Euro wieder leicht auf 1,075 USD erholt, steht am Donnerstag jedoch schon wieder unter Druck.
 
Preise Sojaschrot am Weltmarkt rückläufig
An den US-Exporthäfen am Golf haben die Preise für Sojabohnen im Wochenverlauf nachgegeben. Am Mittwoch (18.03) wurden die Bohne für die Verladung im März für 382 USD/t (355 Euro) angeboten und damit 12 USD preiswerter als vor einer Woche (394 USD/t). Die Preisforderungen für die Verladung im April lagen bei 381 USD/t (Vw: 392 USD ) und für den Mai ebenfalls bei 381 USD/t (391 Euro). Argentinische Sojabohnen wurden für die Auslieferung im Mai für 367 USD/t (Vw: 376 USD) angeboten und damit 15 USD/t billiger als die aktuelle US-Ware und 15 USD unter dem US-Preis vom Mai. Die europäischen Importpreise (Spotmarkt) für Sojaschrot lagen am Mittwoch in Rotterdam bei 446 USD/t (Vw: 461 USD) und für die Auslieferung im April lagen die Preisforderung in Rotterdam bei 426 USD/t (432 USD). Für den Mai erwartet man in Rotterdam derzeit Sojaschrotpreise von 415 USD/t (423 USD). Von März bis Mai wäre dies ein Preisrückgang von etwa 31 USD. 
 
Importpreise für Sojaschrot sind zurückgegangen
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) am 19. März rund 362 Euro und damit 8 Euro weniger als in der Vorwoche (370 Euro) und 18 Euro weniger als zum zur letzten Preisspitze Ende Januar (380 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum aktuellen Termin etwa bei 420 Euro und waren damit 58 Euro höher. Für die Auslieferung und Verladung im April 2015 lagen die Preisforderungen in Hamburg am Donnerstag (18.03) bei 364 Euro/t (Vw: 371 Euro). Die Preis-Erwartungen für den Mai lagen bei 359 (Vw: 363 Euro). Damit liegen die Preisforderungen für den Mai nur 3 Euro unter dem aktuellen Niveau.
 
Preise für Rapsschrot fast unverändert
Die Preise für Rapsschrot lagen am Donnerstag am Export-Hafen in Hamburg bei 245 Euro und damit 1 Euro niedriger als vor einer Woche (246 Euro) und weiterhin fast so hoch wie zu letzten Preisspitze Ende Januar (248 Euro). Dabei haben die Preise für Rapssaat am Terminmarkt im Wochenvergleich leicht nachgegeben und lagen am Donnerstag (19.03) am Großmarkt in Hamburg bei 371 Euro und damit 4 Euro niedriger als vor einer Woche (375 Euro). Im vorigen Jahr kostete Rapsschrot in Hamburg zu diesem Termin etwa 290 Euro und damit 45 Euro mehr als 2015. Rapsschrot der neuen Rapsernte 2015 (August) wurde in Hamburg mit 229 Euro notiert und damit höher als in der vorigen Woche (223 Euro). Im Vergleich zu den aktuellen Preisen kostet der Schrot der neuen Ernte 16 Euro weniger.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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