Login
Analyse

Sojaschrot billiger, Rapsschrot teurer

von , am
17.04.2015

Die Preise für Sojaschrot haben im April nachgegeben. Rapsschrot hat sich hingegen verteuert.

© Werkbild Bayer
 
Die Preise für Sojaschrot haben in Deutschland im April nachgegeben. Rapsschrot hat sich hingegen verteuert. Allerdings blieb die Volatilität an den Spotmärkten bei Soja trotz des rückläufigen Trends relativ hoch. Auch für den Mai zeigt die Preiskurve für Sojaschrot weiter nach unten und insbesondere mit der Ankunft der Bohnen und Schrote aus der neuen rekordhohen Ernte in Südamerika kommen die Preise auch in Europa stärker ins Rutschen. Mitte April war die brasilianische Sojaernte bereits zu 75 % eingebracht. Die brasilianische Getreideagentur CONAB schätzt die neue Sojaernte im April von zuvor 93,3 Mio. t auf 94,3 Mio. t nach oben (Vj: 86,1 Mio. t). Allerdings hatten die brasilianischen Landwirte die aktuelle Sojaernte erst zu 50 % verkauft, im Vergleich zu einer Verkaufsmenge von 62 % im letzten Jahr zu diesem Termin.
 
Argentiniens Ernte noch größer
In Argentinien war die Sojaernte Mitte April zu etwa 14 % eingebracht. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die laufende argentinische Sojaernte wegen der sehr hohen Erträge von 57 Mio. t. auf 58,5 Mio. t nach oben (Vj: 54 Mio. t). Die chinesische Importmenge von Sojabohnen lag im März bei 4,5 Mio. t und im gesamten ersten Quartal bei 15,6 Mio. t und damit knapp 3 % bzw. 2 % über dem Vorjahr. Für den Zeitraum Mai bis Juli erwartet man allerdings Einfuhren von jeweils 6,5 Mio. t bis 7,5 Mio. t und damit einen deutlichen Anstieg gegenüber März.
 
Preise für Soja in den USA rückläufig
An den den US-Exporthäfen am Golf haben die Preise für Sojabohnen in den letzten beiden Wochen nachgegeben. Am Donnerstag dieser Woche (16.04) wurden Sojabohnen in den USA für die Verladung im April für 384 USD/t (355 Euro) angeboten und damit 12 USD preiswerter als vor zwei Wochen am 01. April (396 USD/t). Die Preisforderungen für die Verladung im Mai lagen ebenfalls bei 384 USD/t (am 01. April: 394 USD ) und für den Juni bei 383 USD/t (am 01. April: 390 USD).
 
Südamerikanische Ware ist billiger
Argentinische Sojabohnen wurden am Donnerstag dieser Woche für die Auslieferung im Mai für 367 USD/t (am 01. April: 380 USD) angeboten und damit 17 USD/t billiger als die aktuelle US-Ware und 13 USD unter den argentinischen Preisvorstellungen von Anfang April. Die europäischen Importpreise (Spotmarkt) für Sojaschrot lagen am Donnerstag in Rotterdam bei knapp 418 USD/t (01.04.: 444 USD) und damit 26 USD/t niedriger als vor zwei Wochen. Für die Auslieferung im Mai lagen die Preisforderung in Rotterdam bei 407 USD/t (01.04.: 424 USD USD). Von April bis Mai erwartet man damit derzeit einen Preisrückgang von etwa 11 USD.
 
Importpreise für Sojaschrot rückläufig
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) am 16. April rund 355 Euro und damit 13 Euro weniger als vor zwei Wochen am 01. April (368 Euro) und 25 Euro weniger als zum zur letzten Preisspitze Ende Januar (380 Euro). Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum aktuellen Termin etwa bei 418 Euro und waren damit 63 Euro höher. Für die Auslieferung und Verladung im Mai 2015 lagen die Preisforderungen in Hamburg am Donnerstag (16.04.) bei 352 Euro/t (01.04.: 367 Euro). Die Preis-Erwartungen für den Juni lagen bei 340 (Vw: 01.04.: 355 Euro). Damit liegen die Preisforderungen für den Juni 15 Euro unter dem aktuellen Niveau.
 
Preise für Rapsschrot sind gestiegen
Die Preise für Rapsschrot lagen am Donnerstag am Export-Hafen in Hamburg bei 252 Euro und deutlich höher als vor zwei Wochen (243 Euro) und sogar höher als zur letzten Preisspitze Ende Januar (248 Euro). Dabei sind die Preise für Rapssaat in den letzten beiden Wochen ebenfalls gestiegen und lagen am Donnerstag (16.04) am Großmarkt in Hamburg bei 375 Euro und damit rund 10 Euro höher als zwei Wochen (363 Euro). Im vorigen Jahr kostete Rapsschrot in Hamburg zu diesem Termin allerdings 275 Euro und damit 23 Euro mehr als 2015. Rapsschrot der neuen Rapsernte 2015 (August) wird in Hamburg aktuell mit 226 Euro notiert und damit 3 Euro höher als vor zwei Wochen (223 Euro). Im Vergleich zu den aktuellen Preisen kostet der Schrot der neuen Ernte allerdings 26 Euro weniger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
{BILD:632946:png} 
Auch interessant