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Analyse

Sojaschrot zeitweise teurer, hohe Rapsschrotpreise

von , am
12.05.2015

Die Preise für Sojaschrot sind im Verlauf des April zurückgegangenen, Anfang Mai jedoch wieder etwas gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Sojaschrot sind im Verlauf des April zurückgegangenen, Anfang Mai jedoch wieder etwas gestiegen. Ursache für den zwischenzeitlichen Preisanstieg waren die durch die Streiks in Brasilien und in Argentinien ausgelösten Lieferprobleme der Südamerikaner, die zu einem Rückstau bei den Exporten führten. In der Folge konnte die globale Nachfrage nicht mehr in gewünschtem Umfang mit der eigentlich reichlich vorhandenen südamerikanischen Ware bedient werden und die großen Importeure kauften wieder mehr Soja in Nordamerika und trieben dort wieder einmal die Preise nach oben. Trotz dieses zwischenzeitlichen Preisanstiegs zeigen die Preisvorstellungen an den europäischen und deutschen Spotmärkten für die nächsten Monate deutlich nach unten.
 
Sojaernten in Südamerika mit Rekordergebnissen
In Brasilen war die Sojaernte Anfang Mai fast vollständig abgeschlossen. Die letzten Schätzungen zur brasilianischen Rekordernte lagen zwischen 94 und 96 Mio. t (Vj. 86 Mio. t). In Argentinien war die Sojaernte Anfang Mai zu etwa 69 % eingebracht. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte auf den neuen Rekordwert von 60,0 Mio. t (Vj. 54 Mio. t). Außerdem wird in den USA bislang eine rekordgroße Aussaatfläche für die neue Sojaernte 2015 erwartet und damit wenig Spielraum für die Ölsaatenpreise nach oben, sollte sich diese Prognose bestätigen.
 
Sojaschrot zwischenzeitlich teurer, weiterer Rückgang
Am deutschen Importhafen in Hamburg kostete Sojaschrot (frei LKW) Anfang Mai rund 348 Euro und damit 8 Euro weniger als vor vier Wochen (356 Euro). Zeitweise waren die Preise auch schon unter 340 Euro gefallen. Im vorigen Jahr lagen die Preise für Sojaschrot zum gleichen Termin etwa bei 403 Euro und waren damit 55 Euro höher. Für die Auslieferung und Verladung im Juni lagen die Preisforderungen für Sojaschrot nur noch bei 338 Euro und damit gut 6 Euro niedriger als vor vier Wochen (344 Euro/t). Für die Auslieferung im August lagen die Preisvorstellungen am Hamburger Hafen nur noch bei rund 330 Euro/t.
 
Rapsschrotpreise kräftig gestiegen, neue Ernte billiger
Die Preise für Rapsschrot lagen Anfang Mai am Export-Hafen in Hamburg bei rund 261 Euro und waren damit 15 Euro höher als vor vier Wochen (246 Euro). Auch im Vergleich zum Vorjahr (238 Euro) war Rapsschrot Anfang Mai deutlich teurer. Ursache waren die sehr festen Rapspreise der letzten Wochen und das offenbar relativ begrenzte Angebot an Raps und Rapsschrot aus der alten Ernte und die sehr festen Pflanzenölpreise. Rapsschrot der neuen Rapsernte 2015 (August) wurde in Hamburg Anfang Mai hingegen mit etwa 221 Euro/t notiert und damit 6 Euro preiswerter als vier Wochen zuvor (227 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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