Login
Analyse

8,9 Mio t Wintergerste erwartet

von , am
16.07.2014

© landpixel
Angesichts der positiven Wetterprognosen hoffen die Landwirte in den nächsten Tagen auf eine Wiederaufnahme der Erntearbeiten. [[mehr]] Die bisher geernteten Flächen an Wintergerste variieren regional relativ stark. So wurde in Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt schon weit mehr als die Hälfte der Gerstenbestände gedroschen. In Baden-Württemberg, Sachsen, Schleswig-Holstein sowie in einzelnen Regionen im äußersten Westen Deutschlands steht dagegen noch mehr als die Hälfte der Wintergerste auf dem Halm.
 
Insgesamt beträgt die diesjährige Anbaufläche 1,24 Millionen Hektar und ist gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent ausgeweitet worden. Unter Annahme eines durchschnittlichen Ertrages von 72 Dezitonnen pro Hektar würden insgesamt 8,9 Millionen Tonnen Wintergerste geerntet werden. Der DRV ging zuletzt von 8,7 Mio. t aus. Das wären ebenfalls mehr als 2013. Damals wurden 8,4 Mio. t gedroschen.
 
Ob diese guten Erträge auch auf den verbliebenen Flächen erzielt werden, ist aufgrund der Unwetter der vergangenen Tage derzeit ungewiss. Neben den unbeständigen Erntebedingungen gestaltet sich auch die aktuelle Marktentwicklung kritisch.
 
 

Druck auf Gerstenpreise

Mit dem Beginn der Gerstenernte ist der Druck auf die Erzeugerpreise weiter gestiegen. So erzielen Erzeuger je nach Region derzeit nur noch 130 bis 150 Euro pro Tonne Futtergerste. Bis zum Einsetzen der Unwetter waren die Feldbestände vielfach in einem guten Zustand. Durch den milden Winter und den zeitigen Vegetationsbeginn erreichten die Getreide- und Rapsbestände sogar einen Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen. Im Südwesten Deutschlands litten die Kulturen aber unter Trockenheit. Derzeit bereiten den Landwirten die immer wieder auftretenden Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturm große Sorgen. Getreideähren sind vielfach abgeknickt und die Bestände liegen auf dem Boden, sind "ins Lager gegangen", wodurch die Gefahr von Ertragsverlusten und Auswuchs steigt.
Auch interessant