Login
Analyse

Deutsche Gerstenexporte kleiner, Preise gefallen

von , am
16.01.2015

Die deutsche Gerstenausfuhr in Drittländer ist gegenüber dem Vorjahr 36 % kleiner. Die Gerstenpreise sind in Deutschland (mit dem Weizen) nach dem Jahreswechsel zurückgegangen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Bei Gerste schrumpfte der Rückstand der europäischen Exportverkäufe in Drittländer zum Rekordergebnis aus dem Vorjahr immer weiter zusammen. Mitte Januar sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in der Summe nur noch 6 % kleiner als im letzten Jahr. Vor vier Wochen betrug der Rückstand noch 15 Prozent. Die deutsche Gerstenausfuhr in Drittländer ist gegenüber dem Vorjahr allerdings 36 % kleiner. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 29 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 4,48 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei einer ähnlich großer Ernte) eine rund 6 Prozent bzw. 0,3 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,79 Mio. t. Andererseits ist die diesjährige Exportmenge 47 Prozent bzw. 1,43 Mio. t größer als die Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 3,05 Mio. t. Offenbar haben sich Gerstenexporte der beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) zuletzt weiter abgeschwächt. Die Ukraine hat von 1ten Juli 2014 bis 6. Januar rund 3,6 Mio. t Gerste in Drittländer exportiert. Aus Russland wurden bis zu diesem Termin gut 3,0 Mio. t Gerste exportiert.
 
Deutschland exportiert ähnlich viel Gerste wie Frankreich
Größter europäischer Einzelexporteur der ersten 29 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres ist Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 1,08 Mio. t. Das sind 11 % oder 139.000 t weniger als im letzten Jahr zu diesem Termin als die Franzosen 1,24 Mio. t exportiert hatten. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 1,06 Mio. t Gerste aus Deutschland und damit mit einem ähnlichen Ausfuhrvolumen wie Frankreich. Im vorigen Jahr lag die deutsche Ausfuhrmenge zu diesem Termin allerdings bei 1,65 Mio. t und war damit 37 % größer und auch deutlich größer als die Ausfuhr Frankreichs. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 504.370 t. Vor einem Jahr hatten die Rumänien 205.000 t Gerste in Drittländer verkauft und damit nicht einmal halb so viel.
 
Osteuropäer und Skandinavier steigern Exporte
Wie schon beim Weizen haben auch bei Gerste einige osteuropäische und skandinavische Länder ihre Ausfuhrmengen gesteigert. So verkaufte Bulgarien bislang 268.130 t Gerste in Drittländer, während es im letzten Jahr nur 140.224 Mio. t waren. Litauen kommt bisher auf Ausfuhren von 193.150 t im Vergleich zu 139.320 t. Aus Finnland wurden 116.750 t Gerste in Drittländer verkauft gegenüber 32.000 t und aus Dänemark exportiere man 99.000 t im Vergleich zu 57.000 t. Weniger Gerste als im letzten Jahr wurde hingegen mit 139.000 (Vj. 180.000 ) aus dem Vereinigten Königreich in Drittländer verkauft. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 0,66 t Gerste in Drittländer vermarket und damit ebenfalls weniger als im letzten Jahr (0,76 Mio. t).
 
Gerstenpreise in Deutschland gefallen
Die Gerstenpreise sind in Deutschland (mit dem Weizen) nach dem Jahreswechsel zurückgegangen. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste am Freitag (15.01) mit 172 Euro t und damit 8 Euro billiger als Anfang Januar (180 Euro). Aus Ostdeutschland meldete man ab Station mit 148 Euro ebenfalls deutlich niedrigere Gerstenpreise als zum Beginn des Jahres (158 bis 160 Euro.) Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn dieser Woche (12.01) zwischen 160 und 165 Euro und ab Station zwischen 157 und 160 Euro und aus Niedersachen meldete man diese Woche Preise zwischen 163 Euro und 165 Euro. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 15. Januar 176 Euro/t .
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
Auch interessant