Login
Analyse

Deutsche Gerstenexporte schwächen sich ab

von , am
04.11.2014

Bei Gerste bleibt der Rückstand der europäischen Exportverkäufe zum Vorjahr weiterhin relativ groß. Deutschland hat in der letzten Abrechnungswoche keine Gerste in Drittländern verkauft.

© Fritz/ah
 
Bei Gerste bleibt der Rückstand der europäischen Exportverkäufe zum Vorjahr weiterhin relativ groß. Bislang sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer rund ein Drittel kleiner als die rekordhohe Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten achtzehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 3,04 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei einer ähnlich großer Ernte) eine rund 32 Prozent bzw. 1,42 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 4,46 Mio. t. Andererseits ist die diesjährige Exportmenge 43 Prozent bzw. 0,9 Mio. t größer als die Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 2,13 Mio. t. Weiterhin begrenzen die Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) die europäischen Ausfuhrmöglichkeiten. Die Ukraine hat von 1ten Juli 2014 bis 03. November rund 3,27 Mio. t Gerste exportiert. Aus Russland wurden bis zu diesem Termin 1,83 Mio. t Gerste exportiert.
 
Exporttempo Deutschlands lässt deutlich nach
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 28. Oktober lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 124.000 t, nach 238.000 t in der Vorwoche und 217.000 t in der Woche davor. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Finnland, mit einer Ausfuhrmenge von 16.000 t (Vw: 61.000 t). Frankreich verkaufte 15.000 t Gerste (Vw.64.000 t) in Drittländer und Bulgarien 13.000 t. Auf Position vier der größten Exporteure lag diese Woche Rumänien mit Ausfuhren von 11.000 t Gerste (Vw: 20.000 t). Weitere 3.000 t gingen aus Dänemark auf den internationalen Markt. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 66.000 t Gerste (Vw: 56.000 t) verladen. Deutschland hat in der letzten Abrechnungswoche keine Gerste in Drittländern verkauft (Vw: 35.000 t).
{BILD:548904:jpg} 
Frankreich exportiert am meisten Gerste
Größter Einzelexporteur in den ersten achtzehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres ist seit Mitte Oktober Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 774.560 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 617.978 t Gerste aus Deutschland. Vor drei Wochen hatte Frankreich Deutschland als größten europäischen Exporteur überholt. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 504.370 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 482.018 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 268.130 t Gerste auf den internationalen Markt. Rund 107.963 t wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich verkauft, 76.000 t aus Lettland, 76.000 t aus Finnland, 48.000 t aus Dänemark sowie kleinere Mengen aus Litauen, Österreich und Ungarn.
 
Gerstenpreise Deutschland gestiegen
Die Gerstenpreise haben in Deutschland letzte Woche zugelegt. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste am Montag (03.11) mit 158 Euro t und damit 4 Euro teurer als vor einer Woche (154 Euro). Aus Ostdeutschland meldete man ebenfalls höhere Gerstenpreise ab Station von 138 Euro (Vw: 132 Euro bis 134 Euro.) Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn dieser Woche (03.11) zwischen 147 und 151 Euro (Vw: 143 bis 147) und ab Station zwischen 146 und 149 Euro (Vw. 139 bis 142) und damit ebenfalls auf höherem Niveau. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 03. November 160 Euro/t (Vw. 159) und damit 1 Euro mehr als in der Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant