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Analyse

EU/Gerste: Exporte gegen Null, Preise schwächer

von , am
10.01.2014

Der Umfang der Gerstenexporte aus der EU in Drittländer (Lizenzen) ist seit Wochen sehr klein.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Umfang der Gerstenexporte aus der EU in Drittländer (Lizenzen) ist seit Wochen sehr klein. Ein Grund für die sehr schwache Ausfuhr dürften die im internationalen Vergleich relativ hohen europäischen Gerstenpreise sein. Zum anderen dürfte die Nachfrage nach Futtergerste vom europäischen Binnenmarkt relativ stetig ausfallen, nachdem der Weizen vor allem in den Export geht und der Mais im Norden der EU bis zuletzt relativ knapp und teuer war. Insgesamt verkauften die Europäer in den ersten 28 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 4,781 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer. Das sind wegen des sehr starken Starts zum Beginn  des Wirtschaftsjahres 1,86 Mio. t oder 64 % mehr als im letzten Jahr (2,92 Mio. t).
 
Ausfuhren kommen zum Stillstand
In der Woche bis zum 07. Januar verkauften die Länder der Europäischen Union nur noch 9.000 t Gerste (Lizenzen) in Drittländer. In den letzten vier Wochen des alten Jahres lag die Ausfuhrmenge noch zwischen 15.000 und 68.000 t. Letzte Woche verkauften lediglich Deutschland (2.000 t) und Dänemark (6000 t) überhaupt Gerste ins Ausland.
 
Deutschland mit einem Drittel der EU-Exporte
Größter Einzelexporteur im gesamten Wirtschaftsjahr ist bislang Deutschland, mit Gesamt-Ausfuhren 1,65 Mio. t bzw. 35 % der Gesamtexporte. Mit einigem Abstand folgt dann Frankreich mit Exporten von 1,21 Mio. t. Auf Position drei kommt Rumänien, mit einer Gesamtausfuhr von 205.000 t sowie das Vereinigte Königreich mit 180.100 t. Aus Bulgarien wurden 140.000 t Gerste in Drittländer exportiert, aus Litauen 139.000 t. Österreich und Dänemark verkauften jeweils 58.000 t Gerste an Nicht-EU-Länder. Über die niederländischen Exporthäfen verließen insgesamt 765.000 t Gerste die EU.
 
Preise für Gerste folgen dem Weizen
Die Großhandelspreise für Gerste haben diese Woche mit dem Weizen nachgegeben. An den deutschen Ostseehäfen kostet Futtergerste am Donnerstag (09.01) 181 Euro/t (Vw.: 185 Euro). Die Exportpreise fob-Ostseehafen dürften etwa 5 bis 10 Euro höher sein. In Frankreich wurde Gerste am Donnerstag im Großhandel (fob-Rouen) zu Preisen von 172 Euro notiert (Vorwoche: 178 Euro) . Aus den Niederlanden meldeten Händler Anfang der Woche Großhandelspreise von 190 Euro (Vw. 195). Am kanadischen Terminmarkt in Winnipeg kostete Futtergerste am Donnerstag nur noch knapp 100 Euro/t (146 CAD).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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