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Analyse

EU/Gerste: Kaum noch Exporte, Preise weiter gefallen

von , am
24.01.2014

Das Tempo der Gerstenexporte aus der EU in Drittländer (Lizenzen) hat nach einem außergewöhnlich guten Start zum Beginn des Wirtschaftsjahres seit etwa 6 Wochen erheblich an Fahrt verloren.

© Mühlhausen/landpixel
 
Das Tempo der Gerstenexporte aus der EU in Drittländer (Lizenzen) hat nach einem außergewöhnlich guten Start zum Beginn des Wirtschaftsjahres seit etwa 6 Wochen erheblich an Fahrt verloren und bleibt auch in der aktuellen Woche unverändert schwach. Der Hauptgrund für die momentan sehr schwache Ausfuhr dürften die im internationalen Vergleich weiterhin relativ hohen europäischen Gerstenpreise sein. So lagen die Preise für Futtergerste am kanadischen Terminmarkt in Winnipeg zuletzt nur noch bei umgerechnet 84 Euro/t (127 CAD) und damit deutlich niedriger als an den deutschen Exporthäfen und auch deutlich niedriger als noch vor einigen Wochen.
 
Außerdem bleibt die Nachfrage nach Futtergerste am europäischen Binnenmarkt  relativ stetig, denn der Weizen fließt weiterhin in den Export und der Mais bleibt im Vergleich relativ knapp und teuer. Insgesamt verkauften die Europäer in den ersten 30 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 4,81 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer. Das sind wegen der außergewöhnlich starken Exporte zum Jahresbeginn 1,72 Mio. t oder 55 % mehr als im letzten Jahr (3,09 Mio. t).
 
Ausfuhren zuletzt sehr schwach
In den letzten 6 Wochen haben die Europäer insgesamt nur noch 86.000 t Weizen exportiert und das Ausfuhrtempo bleibt auch weiterhin sehr niedrig. In der Woche bis zum 21. Januar verkauften die Länder der Europäischen Union lediglich 23.000 t Gerste (Lizenzen) in Drittländer. In den letzten sechs Wochen lag die wöchentliche Ausfuhrmenge nur noch zwischen 6.000 und 23.000 t. In der Abrechnungswoche bis zum 21. Januar Woche verkauften Frankreich (18.000 t), Schweden (3000 t) und Deutschland (1.000 t) Gerste ins Ausland.
 
Deutschland mit einem Drittel der Exporte
Größter Einzelexporteur im gesamten Wirtschaftsjahr ist weiterhin Deutschland, mit Gesamt-Ausfuhren 1,654 Mio. t bzw. gut einem Drittel der Gesamtexporte. Mit einigem Abstand folgt dann Frankreich mit Exporten von 1,23 Mio. t. Auf Position drei kommt Rumänien, mit einer Gesamtausfuhr von 206.000 t sowie das Vereinigte Königreich mit 180.100 t. Aus Bulgarien wurden 140.000 t Gerste in Drittländer exportiert, aus Litauen 139.000 t. Österreich und Dänemark verkauften jeweils rund 58.000 t Gerste in Nicht-EU-Länder. Über die niederländischen Exporthäfen wurden insgesamt 766.000 t Gerste vermarktet.
 
Preise für Gerste weiter gefallen
Die deutschen Großhandelspreise für Gerste haben zum Wochenbeginn nachgegeben, sich dann in der zweiten Wochenhälfte aber wieder etwas erholt. An den deutschen Ostseehäfen kostete Futtergerste am Donnerstag (23.01) 178 Euro/t (Vw.: 181 Euro). Die Exportpreise fob-Ostseehafen dürften etwa 5 bis 10 Euro höher liegen. In Frankreich wurde Gerste am Donnerstag im Großhandel (fob-Rouen) zu Preisen von 165 Euro notiert (Vorwoche: 170 Euro). Aus den Niederlanden meldeten Händler Mitte der Woche Großhandelspreise von 182 Euro (Vw. 186 Euro). Am kanadischen Terminmarkt in Winnipeg kostete Futtergerste am Donnerstag nur noch knapp 84 Euro/t (127 CAD) und damit rund 16 Euro weniger als vor zwei Wochen mit 100 Euro/t (146 CAD).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
 
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