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Analyse

Europäische Gerste an den Exportmärken zu teuer

von , am
24.10.2014

Bei Gerste entwickeln sich die europäischen Exportverkäufe weitaus weniger dynamisch als bei Weizen. Die Gerstenpreise haben in Deutschland und Europa diese Woche zugelegt.

© Mühlhausen/landpixel

Bei Gerste entwickeln sich die europäischen Exportverkäufe weitaus weniger dynamisch als bei Weizen. Trotz einer ähnlich großen europäischen Gerstenernte wie 2013 sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer bislang etwa ein Drittel kleiner als die rekordhohe Ausfuhrmenge aus dem Jahr 2013/14. Nach den Daten der EU-Kommission wurden  bislang rund 2,92 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine rund 31 Prozent bzw. 1,3 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 4,23 Mio. t. Andererseits ist die bisherige Exportmenge 37 Prozent oder 0,8 Mio. t größer als im Wirtschaftsjahr 2012/13.  In diesem Jahr begrenzen die umfangreichen Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern die europäischen Ausfuhrmöglichkeiten. Die Ukraine hat von 1ten Juli 2014 bis 16. Oktober rund 3,1 Mio. t Gerste exportiert. Aus Russland wurden bisher 1,6 Mio. t Gerste auf den Weltmarkt verkauft.
 
Exporttempo Deutschlands relativ schwach
In der Abrechnungswoche bis 21. Oktober lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 238.000 t, nach 217.000 t in der Vorwoche und 163.000 t in der Woche davor. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von 64.000 t (Vw: 91.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam letzte Woche mit 61.000 t (Vw: 0 t) aus Finnland. Deutschland verkaufte 35.000 t Gerste (Vw.31.000 t) in Drittländer. Auf Position vier der größten Exporteure lag diese Woche Rumänien mit Ausfuhren von 20.000 t Gerste (Vw: 0 t). Weitere 3.000 t gingen aus Bulgarien auf den internationalen Markt und 56.000 t über die niederländischen Exporthäfen.
 
Frankreich exportiert am meisten Gerste
Größter Einzelexporteur der ersten siebzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist  Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 759.907 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 617.173 t Gerste aus Deutschland. Vor zwei Wochen hat Frankreich Deutschland als größten europäischen Exporteur überholt. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 493.870 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 416.018 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 255.460 t Gerste auf den internationalen Markt. Rund 107.963 t wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich verkauft, 76.000 t aus Lettland, 61.000 t aus Finnland, 46.000 t aus Dänemark sowie kleinere Mengen aus Litauen, Österreich und Ungarn.
 
Gerstenpreise in Frankreich und Deutschland gestiegen
Die Gerstenpreise haben in Deutschland und Europa diese Woche zugelegt. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste am Donnerstag (23.10) mit 154 Euro t und damit 3 Euro teurer wie vor einer Woche (151 Euro). Aus Ostdeutschland meldete man ebenfalls etwas höhere Gerstenpreise ab Station von 132 Euro (Vw: 127 Euro bis 130 Euro.) Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn dieser Woche (20.10) zwischen 143 und 147 Euro (Vw: 138 bis 144) und ab Station zwischen 139 und 142 Euro (Vw. 138 bis 140) und damit ebenfalls auf etwa höherem Niveau. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 23. Oktober 159 Euro/t (Vw. 153) und damit 5 Euro mehr als in der Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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