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Analyse

Europäische Gerste hat es am Weltmarkt schwer

von , am
17.10.2014

Bei Gerste sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer etwa ein Drittel kleiner als im letzten Jahr. Die Gerstenpreise haben in sich in Deutschland und Europa diese Woche kaum verändert.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
Bei Gerste sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in den ersten sechzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 etwa ein Drittel kleiner als die rekordhohe Ausfuhrmenge im letzten Jahr. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten sechzehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 2,68 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei ähnlich großer Ernte) eine rund 33 Prozent bzw. 1,3 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 3,99 Mio. t. Gleichzeitig ist die bisherige Exportmenge 37 Prozent oder 0,72 Mio. t größer als im Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 1,96 Mio. t. Trotz der etwa auf Vorjahresniveau befindlichen Gerstenernte in Europäischen Union, begrenzen die größeren Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) die europäischen Ausfuhrmöglichkeiten. Die Ukraine hat von 1ten Juli 2014 bis 13. Oktober rund 3,1 Mio. t Gerste exportiert. Aus Russland waren es zu diesem Termin Ausfuhren von 1,5 Mio. t
 
Exporttempo Deutschlands nimmt ab
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 14. Oktober lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 217.000 t, nach 163.000 t in der Vorwoche und 215.000 t in der Woche davor. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von 91.000 t (Vw: 64.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 31.000 t (Vw: 0 t) aus Deutschland. Dabei haben sich die deutschen Exporte in den letzten vier Wochen spürbar abgeschwächt, während Frankreichs Ausfuhren zulegten. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal das Vereinigte Königreich mit Ausfuhren von 25.000 t Gerste (Vw: 0 t). Etwa 12.000 t gingen aus Polen und 7.000 t über die niederländischen Exporthäfen auf den internationalen Markt.
 
Frankreich überholt Deutschland
Größter Einzelexporteur der gesamten ersten sechzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist mittlerweile Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 604.907 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 551.973 t Gerste aus Deutschland. In den letzten Wochen hat Frankreich Deutschland als größten europäischen Exporteur überholt. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure lag in den ersten sechzehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Rumänien mit Ausfuhren von 423.705 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 353.722 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 252.960 t Gerste auf den internationalen Markt. Rund 83.000 t wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich verkauft, 76.000 t aus Lettland, 46.000 t aus Dänemark sowie kleinere Mengen aus Litauen, Österreich und Ungarn.
 
Gerstenpreise in Europa kaum verändert
Die Gerstenpreise haben in sich in Deutschland und Europa diese Woche kaum verändert. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste am Donnerstag (16.10) mit 151 Euro t und damit ähnlich teuer wie vor einer Woche (151 Euro). Aus Ostdeutschland meldete man ebenfalls relativ stabile Gerstenpreise ab Station von 127 Euro bis 130 Euro. Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn dieser Woche (13.10) zwischen 138 bis 144 Euro und ab Station zwischen 138 bis 140 Euro und damit ebenfalls auf wenig verändertem Niveau. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 17. Oktober 153 Euro/t und damit ähnlich viel wie in der Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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