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Analyse

Europäische Gerstenernte deutlich kleiner erwartet

von , am
01.07.2015

Ende Juni hat die EU-Kommission die Erwartungen an die bereits angelaufene europäische Gerstenernte 2015 kräftig nach unten korrigiert.

© landpixel

 
Ende Juni hat die EU-Kommission die Erwartungen an die bereits angelaufene europäische Gerstenernte 2015 kräftig nach unten korrigiert. Hauptgrund ist die deutliche Verschlechterung der Ernteprognose für Spanien. Kleinere Korrekturen gab es zudem für das Vereinigte Königreich, für Dänemark, Bulgarien, Tschechien und die Slowakei. Für Frankreich ging die Ernteschätzung hingegen leicht nach oben und für Deutschland blieb die Prognose ebenso unverändert wie für Polen. Mit der Korrektur der Ernteprognose nach unten ist die für 2015 erwartete Erntemenge jetzt deutlich kleiner als in den beiden Jahren zuvor.
 
Kommission-Prognose geht deutlich nach unten
Die europäische Gerstenernte 2015 schätzt die Kommission Ende Juni auf 58,1 Mio. t und damit 1,4 Mio. t kleiner als noch vor vier Wochen (59,5 Mio. t). Im Vergleich zur sehr guten Ernte 2014 von 60,2 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 2,1 Mio. t oder 3,5 %. Die Gerstenfläche 2015 veranschlagt die Kommission weiterhin auf 12,6 Mio. ha nach 12,4 Mio. ha im vorigen Jahr (2014).
 
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die neue Ernte im Juni sogar nur auf 57,8 Mio. t geschätzt und damit noch 0,3 Mio. t kleiner als die Kommission. Das USDA schätzte die europäische Gerstenernte im Juni auf 58,5 Mio. t., auf einer Fläche von nur 12,4 Mio. ha.
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Exporte  etwas größer, Bestände deutlich kleiner
Bei den Gerstenexporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr eine Ausfuhrmenge von 9,2 Mio. t (einschließlich Malz). Dies sind ist 0,2 Mio. t mehr als noch bei vorigen Prognose erwartet wurden, jedoch 1,8 Mio. t weniger als die Rekordausfuhren in der zurückliegenden Saison 204/15 von 11,0 Mio. t (Mai: 10,5 Mio. t).
 
Die Endbestände erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 bei etwa 7,5 Mio. t und damit deutlich kleiner als bei der vorigen Prognose. (Mai: 8,3 Mio. t). Im Wirtschaftsjahr 2014/15 dürften die Bestände bei etwa 7,8 Mio. t Mio. t und damit wesentlich kleiner als noch vor vier Wochen befürchtet wurde (9,5 Mio. t). Der Einsatz von Gerste in der Tierfütterung nimmt nach der aktuellen Prognose relativ deutlich von 36,4 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 37,1 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16 zu.
 
Frankreich leicht nach oben, Deutschland unverändert
Für Frankreich erwartete die Kommission Ende Juni eine Gerstenproduktion von etwa 11,9 Mio. t (Mai: 11,7), nach 11,7 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre eine etwas größere Produktion als im Mia erwartet und auch als im vorigen Jahr. Gut ein Viertel der gesamten Produktion ist in Frankreich Sommergerste. Für Deutschland rechnet die Kommission Ende Juni mit einer Gerstenernte von 10,8 Mio. t (Mai: 10,8) und damit mit eine ähnlichen Produktion wie vor vier Wochen jedoch einer deutlich kleineren Ernte als im letzten Jahr mit 11,6 Mio. t.
 
Für Deutschland wäre dies ein Produktionsrückgang von 0,8 Mio. t oder 7 %. Etwa 17 Prozent der deutschen Produktion ist Sommergerste (rund 2,0 Mio. t). Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnete die Kommission Ende Juni für 2015 mit einer Produktion von 3,9 Mio. t (Mai 3,9 Mio. t) und damit weiterhin mit einem Zuwachs gegenüber der Ernte 2014 (3,3 Mio. t) von knapp 0,6 Mio. t.
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Deutlich nach unten Spanien, etwas weniger für UK
Für das Vereinigte Königreich schätzt die Kommission die Gerstenernte 2015 Ende Juni auf 6,6 Mio. t und damit etwas kleiner als noch vor vier Wochen (Mai: 6,7). Im Vergleich zur Erntemenge von 2014 von 6,9 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion jedoch nur 0,3 Mio. t kleiner. Rund 55 % bis 60 % der Gersten-Produktion des Vereinigten Königreichs ist üblicher Sommergerste.
 
Eine deutliche Korrektur der Erntemenge nach unten, hat die Kommission im Juni für Spanien vorgenommen. Im Vergleich zur Mai- Prognose von 8,3 Mio. t wurde die erwartete Gerstenernte um 0,7 Mio. t auf 7,0 Mio. t nach unten korrigiert. Im Vergleich zur sehr schwachen Ernte 2014 von 6,9 Mio. t, wäre die Produktion 2015 damit nur noch 0,1 Mio. t größer. Rund 90 % der spanischen Produktion ist Sommergerste.
 
Leichte Korrektur für Dänemark, Rumänien unter Vorjahr
Mit 3,5 Mio. t rund 0,1 Mio. t kleiner als im Vormonat schätzt die Kommission die Gerstenernte in Dänemark. Im Vergleich zur dänischen Vorjahresernte von 3,4 Mio. t, wäre die für 2015 erwartete Erntemenge 0,1 Mio. t größer. Knapp 80 % der dänischen Produktion ist üblicherweise Sommergerste.
 
Für das Rumänien schätzte die Kommission die Gerstenernte 2015 Ende Juni auf 1,3 Mio. t und damit unverändert zum Vormonat (Mai: 1,3). Im Vergleich zur Erntemenge von 2014 von 1,6 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion rund 0,3 Mio. t kleiner.
 
Dr. Olaf Zinke
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