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Analyse

Export stützt weiter die Gerstenpreise in Deutschland

von , am
02.03.2015

Die Preise für Futtergerste halten sich in Nord- und Ostdeutschland meist auf bisherigem Niveau. In Süddeutschland haben die Notierungen hingegen nachgegeben

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste halten sich in Nordwest- und Ostdeutschland meist auf bisherigem Niveau. In Süddeutschland haben die Notierungen hingegen nachgegeben und in Frankreich sind die Preise weiter gefallen. Wichtigste Preisstütze am Markt für Futtergerste ist derzeit die ungewöhnlich rege Nachfrage (nach deutscher Gerste) für den Export in Drittländer. In der letzten Abrechnungswoche blieb das europäische Ausfuhrtempo hoch und die Ausfuhrmenge übersprang die Marke von 6,0 Mio. t. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich der sehr starke Gerstenexport Deutschlands, der Ende Februar insgesamt fast die Marke von 2,0 Mio. t erreicht hat. Dagegen bleibt das Ausfuhrtempo unserer französischen Nachbarn (trotz der weiter gefallenen Preise) noch immer schwach.
 
Preise an deutschen Exporthäfen stabil, in Frankreich schwach
Am 02. März handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit rund 172 Euro/t. Das ist ein ähnliches Preisniveau wie in den letzten vier Wochen (171 bis 173 Euro). Im Vergleich zu dem Gerstenpreisen vor einem Jahr (178 Euro) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen derzeit etwa 6 Euro niedriger. Vom wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) meldete man am 02. März für Futtergerste Preise von 166 Euro und damit nochmals 3 Euro niedrigere Preise wie in der Woche zuvor(169 Euro). Vor zwei Wochen notierte man Futtergerste in Rouen sogar noch mit 175 Euro und damit 9 Euro höher. Hauptursache für den Preisrückgang bei unseren französischen Nachbaren dürften die stark rückläufigen französischen Gerstenexporte sein.
 
Preise in Ostdeutschland meist behauptet
In Ostdeutschland haben sich die Preise für Futtergerste der letzten Woche uneinheitlich entwickelt. Aus Sachsen meldete man für Futtergerste etwas höhere Preise von rund 148 Euro (Vw. 147), während die Notierungen in Brandenburg bei 150 Euro (Vw. 150) blieben. Aus Thüringen meldete man ebenfalls unveränderte Gerstenpreise von 148 Euro (Vw. 148) und am Großmarkt in Halle notierte man 148 Euro und damit 2 Euro weniger (Vw:150 Euro/t). Fob-Mittellandkanal wurden zuletzt zur Anlieferung im März etwas niedrigere Gerstenpreise von 164 bis 166 Euro genannt (Vw: 166 bis 167 Euro).
 
Schwächere Gerstenpreise in Süddeutschland
Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste in der vorigen Woche niedrigere Preise von 145 bis 150 Euro (Vw: 150). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in der letzten Woche ab Station niedrigere Preise von nur noch 147 bis 150 Euro (Vw: 152 bis 154 Euro). Franko Köln lagen die Preisangebote für Futtergerste Ende der letzten Woche bei 163 Euro (Vw. 166) und waren damit ebenfalls rückläufig. Franko Südholland wurden knapp behauptete Gerstenpreise von 172 Euro (Vw: 173 Euro) gemeldet. Cif-Niederrhein lagen die Preisvorstellungen bei 172 Euro.
 
Europäischer Gerstenexport jetzt über 6,0 Mio. t
Bei Gerste entwickelt sich der Export an den deutschen Exporthäfen weiterhin sehr dynamisch. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 35 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 6,15 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das eine 24 Prozent bzw. 1.196.000 t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,95 Mio. t. In der letzten Woche verkauften die Europäer 226.000 t (Vw: 376.000 t) Gerste in Drittländer, davon kamen 167.000 t (144.000 t) aus Deutschland und nur 26.000 t aus Frankreich.
 
Deutschland mit knapp 2,0 Mio. t Exportgerste
Der größte europäische Einzelexporteur in den ersten 35 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres war Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 1,94 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 1,36 Mio. t Gerste aus Frankreich. Allerdings haben die Franzosen in den letzten 5 Wochen nur noch sehr wenig Gerste exportiert. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.130 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus Bulgarien mit 268.130 t, aus dem Vereinigten Königreich mit 226.523 t, aus Litauen mit 256.150 t sowie aus Lettland mit 166.395 t. Rund 790.157 t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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