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Analyse

Export stützt Preise für Futtergerste

von , am
26.01.2015

Die Preise für Futtergerste haben sich behauptet oder sogar leicht zugelegt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste haben sich behauptet oder sogar leicht zugelegt. Grund sind die zuletzt wieder überraschend gut laufenden Gerstenexporte, die den Binnenmarkt entlasten und  die Preise stabilisieren. Auch zum Beginn der neuen Woche sieht es nicht nach Preisveränderungen aus. Am 26. Januar handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit etwa 172 Euro/t. Das war ein ähnliches Preisniveau wie in der Woche zuvor. Vor vier Wochen (Ende Dezember hatten die Preis für Futtergerste allerdings schon einmal bei 180 Euro gelegen und damit rund 10 Euro höher. Im Vergleich zum Vorjahr (Januar 2014) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen derzeit etwa 8 Euro niedriger. Vom wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) meldete man am 26. Januar für Futtergerste Preise von 176 Euro und damit 1 Euro mehr als vor einer Woche (176 Euro).
 
Preise in Ost- und Süddeutschland unverändert
Im Großhandel in Ostdeutschland waren die Preise für Futtergerste in der letzten Woche ebenfalls relativ stabil. Je nach Handelsplatz meldete man von dort Preise für Futtergerste zwischen 148 Euro bis 155 Euro (Vw. 148 bis 155 Euro). Im Osten ist das Preisniveau allerdings 15 bis 20 Euro niedriger als im  Jahr zuvor zu diesem Termin. Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste Preise von 154 bis 155 (Vw: 154 bis 155 Euro) und vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man 154 bis 156 Euro. Franko Köln lagen die Preisangebote letzte Woche bei 167 Euro und aus Südholland wurden Ende der letzten Woche Gerstenpreise von 175 Euro gemeldet.
 
Europäische Gerstenexporte kurbeln Nachfrage an
Bei Gerste schrumpfte der Rückstand der europäischen Exportverkäufe in Drittländer drastisch zusammen. In der Woche zum 20. Januar sind die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in der Summe nur noch 1 % kleiner als im letzten Jahr bzw. haben das Vorjahresniveau in etwa erreicht. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 30 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 4,77 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei einer ähnlich großer Ernte) eine 1 Prozent bzw. 45.000 t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,81 Mio. t. Gleichzeitig ist die diesjährige Exportmenge 54 Prozent bzw. 1,68 Mio. t größer als die Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 3,1 Mio. t.
 
Deutschland Gerstenexporte gewinnen an Fahrt
Größter europäischer Einzelexporteur der ersten 30 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 1,2 Mio. t. Damit haben die Franzosen nur 30.000 t weniger Gerste exportiert wie im letzten Jahr zu diesem Termin (1,23 Mio. t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kommt mit 1,15 Mio. t Gerste aus Deutschland. Dabei hat das deutsche Ausfuhrtempo Anfang 2015 kräftig zugenommen. Im vorigen Jahr lag die deutsche Ausfuhrmenge zu diesem Termin allerdings bei 1,65 Mio. t und war damit 43 % größer und auch deutlich größer als die Ausfuhr Frankreichs. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.06470 t. Vor einem Jahr hatten die Rumänien 205.906 t Gerste in Drittländer verkauft und damit nicht einmal halb so viel. Größere Exportmengen kamen zudem aus Bulgarien, dem Baltikum und Finnland, Irland, Dänemark und Österreich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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