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Analyse

Exportnachfrage zieht Gerstenpreise nach oben

von , am
16.12.2014

Die Gerstenpreise haben in Deutschland im November (mit den steigenden Weizenpreisen) um 10 bis 15 Euro zugelegt.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
Bei Gerste hat sich der Rückstand der europäischen Exportverkäufe in Drittländer gegenüber dem Vorjahr zuletzt deutlich verkleinert. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 24 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 rund 4,06 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei einer ähnlich großen Ernte) eine rund 14 Prozent bzw. 0,66 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 4,72 Mio. t. Andererseits ist die diesjährige Exportmenge 55 Prozent bzw. 1,44 Mio. t größer als die Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 2,6 Mio. t. Bislang beschränkten vor allem die hohen Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) die europäischen Ausfuhrmöglichkeiten. Russland hat von 1ten Juli 2014 bis 10. Dezember rund 2,76 Mio. t Gerste exportiert. Aus der Ukraine wurden bis zu diesem Termin sogar 3,4 Mio. t Gerste exportiert.
 
Frankreich und Deutschland exportieren am meisten
Größter Einzelexporteur in den ersten 24 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres ist Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 1.060.170 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 791.808 t Gerste aus Deutschland. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 504.664 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden bislang 572.649 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 268.130 t Gerste auf den internationalen Markt. Rund 139.475 t Gerste wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich verkauft, 183.150 t aus Litauen, 155.000 aus Estland, 103.245 t aus Lettland, 106.000 t aus Finnland, 88.000 t aus Dänemark sowie kleinere Mengen aus Österreich, Ungarn und Polen.
 
Gerstenpreise in Deutschland gestiegen
Die Gerstenpreise haben in Deutschland im November (mit den steigenden Weizenpreisen) um 10 bis 15 Euro zugelegt und haben sich im Dezember gut behauptet. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste am Montag (15.12) mit 170 Euro t und damit 13 Euro teurer als vor vier Wochen (157 Euro). Aus Ostdeutschland meldete man zuletzt Gerstenpreise ab Station von etwa 151 Euro (Mitte Nov: 137 Euro.) Am südwestdeutschen Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn dieser Woche (15.12) zwischen 153 und 158 Euro und ab Station zwischen 150 und 153 Euro. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 15. November 171 Euro/t und damit 11 Euro mehr als vor vier Wochen (160 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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