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Analyse

Gerste: Export bleibt schwach, Gerstenpreise fallen weiter

von , am
23.09.2014

Bei Gerste liegen die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer 42 Prozent unter der Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr. Die Gerstenpreise haben in der Europäischen Union in der letzten Woche kräftig nachgegeben.

© Mühlhausen/landpixel
Bei Gerste liegen die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in den ersten zwölf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 deutlich unter der rekordhohen Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr und sind zudem niedriger als vor zwei Jahren. Damit bleibt das Ausfuhrtempo der Europäer weiterhin relativ schwach. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten zwölf Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 etwa 1,79 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine gut 42 Prozent bzw. 1,32 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 3,1 Mio. t und zudem auch etwas weniger als im Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 1,82 Mio. t. Bisher begrenzen die unverändert starken Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) die europäischen Ausfuhrmöglichkeiten. Die Ukraine hat von 1ten Juli 2014 bis 18. September knapp 2,55 Mio. t Gerste exportiert. Aus Russland waren es zu diesem Termin Ausfuhren von 1,05 Mio. t
 
Exporttempo bleibt relativ schwach
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 16. September lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 104.000 t, nach 74.000 t in der Vorwoche und 137.000 t in der Woche davor. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 269.000 t und vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in der vergleichbaren Woche 166.000 t Gerste in Drittländer. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Bulgarien, mit einer Ausfuhrmenge von 53.000 t (Vw: 0 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 35.000 t (Vw: 33.000 t) aus Frankreich. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal das Deutschland mit Ausfuhren von 9.000 t Gerste (Vw: 15.000 t). Etwa 9.000 t gingen aus Dänemark und 6.000 t über die niederländischen Exporthäfen auf den internationalen Markt.
 
Deutschland exportierte am meisten Gerste
Größter Einzelexporteur der ersten zwölf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist weiterhin Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 468.568 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 379.305 t Gerste aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten zwölf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Frankreich mit 377.809 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 273.572 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 204.610 t Gerste auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark, Österreich und Ungarn verkauft.
 
Gerstenpreise in Europa unter Druck
Die Gerstenpreise haben in der Europäischen Union in der letzten Woche kräftig nachgegeben. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste zum Beginn der vierten Septemberwoche (22.09) nur noch mit 147 Euro t und damit 7 Euro preiswerter wie vor einer Woche (154 Euro). Für die Anlieferung im Oktober lagen die Preise in Hamburg ebenfalls bei 147 Euro und damit 9 Euro niedriger als in der letzten Woche (156 Euro/t). Fob Mittelandkanal meldet man Ende der letzten Woche Gerstenpreise von 140 bis 142 Euro/t und damit ebenfalls schwächere Notierungen (Vw: 147 bsi 149 Euro/t). Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zu Beginn der vierten September-Woche (22.09) zwischen 135 bis 138 Euro (Vw: 136 Euro und 139 Euro) und ab Station zwischen 135 bis 137 Euro (Vw: 135 Euro und 139 Euro) und damit ebenfalls schwächer. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 22. September 140 Euro/t und damit nochmals drei Euro weniger als in der Woche zuvor (143 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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