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Analyse

Gerste: Saudi-Arabien ist der wichtigste Exportmarkt

von , am
28.02.2014

Saudi Arabien ist der weltweit mit Abstand größte Importeur von Gerste.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
 
Saudi Arabien ist der weltweit mit Abstand größte Importeur von Gerste. Beinahe die Hälfe der globalen Handelsmenge kauft das arabische Land. Deutschland gehört zu den wichtigsten Lieferanten. In der ersten Hälfte des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 wurden fast 1 Mio. t Gerste aus Deutschland nach Saudi-Arabien verkauft. Das sind etwa 25 % mehr als im Jahr zuvor. Die importierte Gerste ist ausschließlich Futtergerste. Braugerste wird aus religiösen Gründen nicht gekauft. Nach Einschätzung des USDA werden etwa 70 % der importierten Gerste direkt verfüttert und der 30 % in Form von Futtermischungen eingesetzt. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr rechnet das USDA mit Gerstenimporten von 9,3 Mio. t. Im Jahr zuvor importierte man nur 8,2 Mio. t. Saudi Arabien selbst produziert keine Gerste.
 
Argentinien, Australien sind die TOP-Liefernaten
Der Einkauf und die Verteilung der Gerste erfolgt durch eine staatliche Getreide- und Futteragentur (SGFC). Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 wurden insgesamt 8,2 Mio. t Gerste importiert. Der größte Lieferant war Argentinien mit 2,12 Mio. t, der (wie Australien) üblicherweise erst in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres liefert. Auf Position zwei der Lieferanten lag die Ukraine mit 1,45 Mio. t gefolgt von Australien und Russland mit jeweils knapp über 1,0 Mio. t. Deutschland lieferte im letzten Wirtschaftsjahr 749.000 t Gerste nach Saudi-Arabien, Frankreich 686.000 t und Rumänien 428.000 t. Mehr als 100.000 t lieferten außerdem Dänemark und Kanada und mehr als 50.000 t Estland, Lettland und die USA.
 
Deutschland hat Lieferung um ein Viertel erhöht
In diesem Wirtschaftsjahr rechnet das USDA mit Importen von 9,2 Mio. t. Davon waren bis Ende November 2013 schon 5,95 Mio. t importiert. Die beiden größten Lieferanten waren bis dahin war die Ukraine und Russland mit 1,4 Mio. t und 1,36 Mio. t. Deutschland verkaufte von Juli bis November 950.000 t Gerste an die Saudis und damit fast 16 % der gesamten Importmenge und 25 % mehr als im letzten Jahr. Bezogen auf die deutschen Gesamtexporte in Drittländer von 1,7 Mio. t ging mehr als die Hälfte dieser Menge nach Saudi-Arabien. Frankreich lieferte bis dahin 686.000 t Gerste nach Saudi-Arabien, und Rumänien 751.000 t. Aus Australien kam bis November noch keine Gerste nach Saudi-Arabien und aus Argentinien erst 160.000 t. Das könnte sich in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres jedoch noch ändern.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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