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Analyse

Gerste: Starke Schwarzmeer-Exporte begrenzen europäische Ausfuhren

von , am
29.08.2014

Bei Gerste bleiben die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer weiterhin unter den rekordhohen Ausfuhrmengen aus dem letzten Jahr.

An der CBoT haben sich für den Weizen alle Gewinne der Vortage wieder in Luft aufgelöst. © landpixel
Bei Gerste bleiben die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in den ersten neun Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 weiterhin unter den rekordhohen Ausfuhrmengen aus dem letzten Jahr. Ursache dürften die sehr umfangreichen Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (insbesondere aus der Ukraine) sein, wie die letzten Exportdaten zeigen. Allein die Ukraine hat bis 27. August knapp 1,7 Mio. t Gerste exportiert. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten neun Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 etwa 1,48 Mio. t Gerste in Drittländer verkauft. Das sind etwa 34 % bzw. 0,845 Mio. t weniger als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 zu diesem Termin (2,23 Mio. t), jedoch rund 7 % mehr als vor zwei Jahren (1,39 Mio. t).
 
Diese Woche verkauft Rumänien am meisten
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 26. August lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 122.000 t, nach 142.000 t in der Vorwoche und 175.000 t vor zwei Wochen. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 251.000 t und vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in dieser Woche 190.000 t Gerste in Drittländer. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Woche war Rumänien, mit einer Ausfuhrmenge von 50.000 t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 21.000 t aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Frankreich mit 32.000 t Gerste und aus Dänemark gingen 3.000 t auf den Weltmarkt. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 32.000 t Gerste vermarket
 
Deutschland vor Rumänien und Frankreich
Größter Einzelexporteur der gesamten neun Wochen des neuen Wirtschaftsjahres ist weiterhin Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge von insgesamt 383.563 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 335.255 t Gerste aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten neun Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Frankreich mit 301.655 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 239.486 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 151.500 t auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus Dänemark, Österreich, Ungarn und dem Vereinigten Königreich verkauft.
 
Preise für Futtergerste fast nicht verändert
In der Europäischen Union haben sich Gerstenpreise in der aktuellen Woche fast nicht nicht verändert. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste (August) am Donnerstag (29.08) mit 154 Euro/t und damit eben so teuer wie am Ende der letzten Woche (154 Euro). Für die Anlieferung im September lagen die Preise in Hamburg bei etwa 156 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste diese Woche ebenfalls unverändert zwischen 140 Euro und 142 Euro und ab Station zwischen 138 Euro und 142 Euro. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am Ende dieser Woche 154 Euro/t und damit zwei Euro mehr als in der letzten Woche (152 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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