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Analyse

Gerste: Weltmarkt kauft weniger europäische Gerste

von , am
09.09.2014

Bei Gerste liegen die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer rund ein Drittel unter der rekordhohen Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
 
Bei Gerste liegen die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in den ersten zehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 rund ein Drittel unter der rekordhohen Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten zehn Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 etwa 1,61 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine gut ein Drittel bzw. 0,85 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 2,47 Mio. t, jedoch rund 11 % mehr als im Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 1,45 Mio. t. Offenbar beschränken die unverändert starken Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern die europäische Ausfuhr. Allein die Ukraine hat von 1. Juli bis 04. September knapp 2,0 Mio. t Gerste exportiert.
 
Exporttempo weiter deutlich unter Vorjahr
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 02. September lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) bei 136.000 t, nach 122.000 t in der Vorwoche und 142.000 t in der Woche davor. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 233.000 t und vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in der vergleichbaren Woche 62.000 t Gerste in Drittländer. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge von 60.000 t (Vw: 21.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 27.000 t (Vw: 50.000 t) aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal das Vereinigte Königreich mit Ausfuhren von 21.000 t Gerste und aus Frankreich gingen 8.000 t (Vw: 15.000 t) auf den Weltmarkt. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 27.000 t Gerste verladen.
 
Deutschland exportiert bisher am meisten Gerste
Größter Einzelexporteur der gesamten zehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 444.143 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 354.305 t Gerste aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten zehn Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Frankreich mit 309.577 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 266.086 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 151.500 t auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark, Österreich, Ungarn verkauft.
 
Preise für Gerste knapp behauptet, in Frankreich schwächer
In der Europäischen Union haben sich Gerstenpreise in der letzten Woche überwiegend behauptet oder regional auch etwas nachgegeben. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste in der ersten Septemberwoche zwischen 153 und 155 Euro und am Montag (08.09.) mit 154 Euro/t und damit eben so teuer wie am Ende der letzten Woche (154 Euro). Für die Anlieferung im Oktober lagen die Preise in Hamburg ebenfalls relativ unverändert bei etwa 156 Euro/t. Fob Mittelandkanal meldet man letzte Woche Gerstenpreise von 150 Euro/t. Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste zum Beginn der zweiten September-Woche (08.09) unverändert zwischen 140 Euro und 142 Euro und ab Station zwischen 138 Euro und 142 Euro. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen diese Woche 147 Euro/t und damit fünf Euro weniger als in der vorigen Woche (152 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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