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Analyse

Gerste/EU: Ernte kleiner, Exporte fast stabil, Preise gefallen

von , am
06.06.2014

Die EU-Kommission hat ihre Erwartungen an die neue Gerstenernte Anfang Juni leicht nach unten korrigiert.

© agrar-press
 
Die EU-Kommission hat ihre Erwartungen an die neue Gerstenernte Anfang Juni leicht nach unten korrigiert und vergrößert damit den Abstand zur Erntemenge des Vorjahres. Der erwartete europäische Export erreicht nach der aktuellen Prognose nicht ganz das sehr hohe Niveau des laufenden Wirtschaftsjahres. Dagegen nimmt der Verbrauch von Futtergerste nicht so stark ab wie zunächst erwartet. Trotz der deutlich kleineren Produktion blieben die Endbestände jedoch stabil (hoch). Der Verbrauch von Braugerste bleibt ebenfalls unverändert. Die Preise für Futtergerste sind im Mai um etwa 15 Euro/t oder etwa 8 % unter die Marke 170 Euro/t (Hamburg) gefallen.
 
Kommissions-Prognose relativ verhalten
Die europäische Gerstenernte 2014 schätzt die Kommission Juni auf 55,4 Mio. t und damit 0,3 Mio. t kleiner als vor vier Wochen. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 59,45 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 4,05 Mio. t oder rund 7%. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 12,17 Mio. ha nach 12,35 Mio. ha im letzten Jahr. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im Mai auf 55,9 Mio. t geschätzt und damit 0,5 Mio. t größer als die Kommission. Töpfer International geht sogar von 56,2 Mio. t aus. Etwa 50 % bzw. rund 28,0 Mio. t der europäischen Gerstenproduktion ist Sommergerste (im Vorjahr 33,1 Mio. t oder 56 %).
 
Exporte fast stabil, Bestände unverändert
Bei den Exporten von Gerste erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen moderaten Rückgang. Mit geschätzten 6,96 Mio. t (einschließlich Malz) ist die erwartete Exportmenge nur 0,13 Mio. t kleiner als die Kommissions-Experten für die noch laufende Saison unterstellen (7,09 Mio. t). Gleichzeitig bleiben die Endbestände mit 7,0 Mio. t in der noch laufenden Saison und in der nächsten Saison relativ stabil. Der Einsatz von Gerste in der Tierfütterung geht nach der aktuellen Prognose von 36,6 Mio. t auf 36,1 Mio. t um 0,5 Mio. t zurück. Der Verbrauch von Braugerste bleibt in der mit rund 9,5 Mio. t unverändert.
 
Preise für Futtergerste gefallen
Die Preise für Futtergerste sind im Mai unter die Marke 170 Euro/t (Hamburg) gefallen. Am Großmarkt in Hamburg kostete Futtergerste am Donnertag (05.06) für den Juni 169 Euro/t und damit rund 15 Euro weniger als vor vier Wochen. Die neue Ernte wurde für 168 Euro notiert. Aus Frankreich meldete man am gleichen Tag (fob Rouen) Futtergerstenpreise von 158 Euro/t (-12) und damit ebenfalls deutlich niedrigere Preise als vor vier Wochen. Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Anfang dieser Woche 172 bis 176 Euro/t (-13) und ab südwestd. Station kostete die Gerste 168 Euro bis 172 Euro/t (-15). Die neue Ernte wurde (ab Station) nur noch für 160 Euro bis 163 Euro notiert.
 
Braugerste: Neue Ernte hat nachgegeben
Braugerste wurde am europäischen Terminmarkt am Donnerstag (05.06.) für den November (neue Ernte) mit 213 Euro/t gehandelt und damit etwa 5 Euro preiswerter als vor vier Wochen. Am Großmarkt in Mannheim kostete Braugerste (franko Mälzerei) am 02. Juni etwa 215 Euro bis 217 Euro/t. Die neue Ernte 2014 wurde mit 220 bis 223 Euro notiert und damit gut 10 Euro preiswerter als vor vier Wochen, jedoch noch rund 5 Euro teurer als die alte Ernte.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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