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Analyse

Gerste/EU: Weniger Exporte, Gerstenpreise unter Druck

von , am
16.09.2014

© Mühlhausen/landpixel
Bei Gerste liegen die Exportverkäufe (Lizenzen) der Europäer in den ersten elf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 40 Prozent unter der rekordhohen Ausfuhrmenge aus dem letzten Jahr. Damit hat  sich das Ausfuhrtempo der Europäer zuletzt spürbar abgeschwächt. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten elf Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 etwa 1,69 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist eine gut 40 Prozent bzw. 1,15 Mio. t kleinere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit 2,84 Mio. t und ähnlich viel wie Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 1,66 Mio. t. Offenbar beschränken die unverändert starken Gerstenexporte aus den beiden Schwarzmeerländern (Russland, Ukraine) und die Preis-/Transportkostenvorteile dieser Wettbewerber die europäische Ausfuhr. Allein die Ukraine hat von 1ten Juli bis 10. September knapp 2,3 Mio. t Gerste exportiert. Aus Russland waren es zu diesem Termin Ausfuhren von 0,91 Mio. t
 
Exporttempo schwächt sich weiter ab
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 09. September lag die in Drittländer verkaufte Menge an Gerste (Lizenzen) nur noch bei 74.000 t, nach 137.000 t in der Vorwoche und 122.000 t in der Woche davor. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 371.000 t und vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in der vergleichbaren Woche 206.000 t Gerste in Drittländer. Größter Einzelexporteur in der aktuellen Abrechnungswoche war Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von 33.000 t (Vw: 8.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 25.000 t (Vw: 19.000 t) aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal das Deutschland mit Ausfuhren von 15.000 t Gerste (Vw: 60.000 t).
 
Deutschland exportiert bisher am meisten Gerste
Größter Einzelexporteur der ersten elf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 459.568 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 379.305 t Gerste aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten elf Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Frankreich mit 342.625 t. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 267.286 t Gerste vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 151.500 t auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark, Österreich und Ungarn verkauft.
 
Preise in Deutschland uneinheitlich, in Frankreich schwächer
In der Europäischen Union haben sich Gerstenpreise in der letzten Woche überweigend nachgegeben. Am Exporthafen in Hamburg handelte man die Futtergerste zum Beginn der dritten Septemberwoche (15.09) zwischen 153 und 155 Euro t und damit ähnlich teuer wie vor einer Woche (154 Euro). Für die Anlieferung im Oktober lagen die Preise in Hamburg ebenfalls relativ stabil bei etwa 156 Euro/t. Fob Mittelandkanal meldet man  Gerstenpreise von 147 bis 149 Euro/t und damit schwächere Notierungen (Vw: 150 Euro/t). Am Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste in der zweiten September-Woche (15.09) unverändert zwischen 136 bis 139 Euro (Vw: 140 Euro und 142 Euro) und ab Station zwischen 135 bis 139 Euro (Vw: 138 Euro und 142 Euro) und damit deutlich schwächer. Im französischen Großhandel kostete Futtergerste am wichtigsten Umschlagplatz in Rouen am 15. September 143 Euro/t und damit nochmals fünf Euro weniger als in der Woche zuvor (147 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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