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Analyse

Gerstenernte im Vereinigten Königreich und Spanien größer

von , am
05.06.2015

Ende Mai hat die EU-Kommission ihre Erwartungen an die neue europäische Gerstenernte 2015 relativ deutlich nach oben korrigiert.

© Steve_ohne_S/aboutpixel
 
Ende Mai hat die EU-Kommission ihre Erwartungen an die neue europäische Gerstenernte 2015 relativ deutlich nach oben korrigiert. Dabei haben die EU-Experten die erwarteten Erntemengen in einer ganzen Reihe von Ländern moderat nach oben gesetzt. Am deutlichsten nach oben ging es wegen der höheren Ertragserwartungen mit der Produktion im Vereinigten Königreich und in Spanien. Moderate Aufwärtskorrekturen gab es zudem für Frankreich, Polen, Irland und Bulgarien. Dagegen setzte die Kommission die erwartete Erntemenge für Deutschland, Rumänien und Ungarn leicht nach unten.
 
Mit der aktuellen Korrektur der Ernteprognose nach oben liegt die für 2015 erwartete Erntemenge nicht mehr allzu weit von der sehr guten Gerstenernte 2014 entfernt. Den Export hat die Kommission ebenfalls leicht nach oben korrigiert. Das rekordhohe Ausfuhrniveau des zu Ende gehenden Wirtschaftsjahres 2014/15 wird im neuen Wirtschaftsjahr dennoch nicht erreicht. Den Verbrauch von Futtergerste hat die Kommission im Vergleich zur letzten Schätzung unverändert gelassen, übertrifft damit jedoch den keineswegs kleinen Vorjahreswert. Die erwarteten Endbestände wurden weiter nach oben korrigiert und sind damit auch deutlich höher als im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
 
Ernte-Prognose um 1,0 Mio. t nach oben
Die europäische Gerstenernte 2015 schätzt die Kommission Ende Mai auf 59,5 Mio. t und damit fast 1,0 Mio. t größer als noch vor vier Wochen (58,6 Mio. t). Im Vergleich zur sehr guten Ernte 2014 von 60,2 Mio. t wäre dies nur noch ein moderater Produktionsrückgang von 0,7 Mio. t oder 1,2 %. Die Anbaufläche 2015 veranschlagt die Kommission weiterhin auf 12,6 Mio. ha nach 12,4 Mio. ha im vorigen Jahr (2014). Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die neue Ernte im Mai auf 58,6 Mio. t geschätzt und damit 0,9 Mio. t kleiner als die Kommission. Das USDA schätzte die europäische Gerstenernte im Mai auf 58,7 Mio. t, allerdings nur auf einer Fläche von nur 12,4 Mio. ha.
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Exporte nach oben korrigiert, reichlich Futtergerste
Bei den Gerstenexporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr einen Rückgang. Mit geschätzten 9,0 Mio. t (einschließlich Malz) ist die erwartete Exportmenge zwar 0,3 Mia t größer als noch im April erwartet wurden, jedoch immer noch 1,5 Mio. t kleiner als die Rekordausfuhren in der zu Ende gehenden Saison von 10,5 Mio. t (April: 10,0 Mio. t). Die Endbestände wachsen im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 von 8,3 Mio. t (April: 8,6 Mio. t) in der zu Ende gehenden Saison 2014/15, auf 9,5 Mio. t (April: 9,0 Mio. t) im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 an. Der Einsatz von Gerste in der Tierfütterung nimmt nach der aktuellen Prognose von 36,4 Mio. t auf 37,1 Mio. t um 0,7 Mio. t zu.
 
Frankreich leicht nach oben, Deutschland nach unten
Für Frankreich erwartete die Kommission Ende Mai für 2015 eine Gerstenproduktion von etwa 11,7 Mio. t (April: 11,6) nach ebenfalls 11,7 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre eine unveränderte Produktionsmenge. Gut ein Viertel der gesamten Produktion ist in Frankreich Sommergerste. Für Deutschland rechnet die Kommission Ende Mai mit einer Gerstenernte 2015 von 10,8 Mio. t (April: 10,9) und damit mit etwas weniger als noch vor vier Wochen und deutlich weniger als im letzten Jahr mit 11,6 Mio. t. Das wäre für 2015 ein Produktionsrückgang von 0,8 Mio. t oder 7 %. Etwa 17 % der deutschen Produktion ist Sommergerste (rund 2,0 Mio. t). Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnete die Kommission Ende Mai für 2015 mit einer Produktion von 3,9 Mio. t (April 3,8 Mio. t) und damit mit einem Zuwachs gegenüber der Ernte 2014 (3,3 Mio. t) von 0,6 Mio. t.
 
Bessere Ernten im Vereinigten Königreich und Spanien
Für das Vereinigte Königreich schätzt die Kommission die Gerstenernte 2015 Ende Mai auf 6,7 Mio. t und damit deutlich größer als noch vor vier Wochen (April: 6,1). Im Vergleich zur Erntemenge von 2014 von 6,9 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion nur noch 0,2 Mio. t kleiner. Etwa 55 % bis 60 % der Gersten-Produktion des Vereinigten Königreichs ist üblicher Sommergerste. Eine deutlich größere Ernte als im Jahr 2014 erwarten die EU-Analysten weiterhin für Spanien. Im Vergleich zur letzten Prognose von 7,9 Mio. t wurde die erwartete Erntemenge nochmals um 0,4 Mio. t auf 8,3 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur schwachen Ernte 2014 von 6,9 Mio. t wächst die Produktion 2015 damit um 1,4 Mio. t. Rund 90 % der spanischen Produktion ist Sommergerste.
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Gute Ernte für Dänemark, weniger Gerste in Rumänien
Mit 3,6 Mio. t unverändert zum Vormonat bleibt die Ernte-Prognose für Dänemark. Im Vergleich zur dänischen Vorjahresernte von 3,4 Mio. t, wäre die für 2015 erwartete Erntemenge 0,2 Mio. t größer. Knapp 80 % der dänischen Produktion ist üblicherweise Sommergerste. Für das Rumänien schätzte die Kommission die Gerstenernte 2015 Ende Mai auf 1,3 Mio. t und damit etwa kleiner als noch vor vier Wochen (April: 1,4). Im Vergleich zur Erntemenge von 2014 von, 1,6 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion 0,3 Mio. t kleiner.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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