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Analyse

Gerstenpreise werden vom Export gestützt

von , am
23.02.2015

Ursache für die stabilen Preise ist die lebhafte Nachfrage (nach deutscher Gerste) an den Exportmärkten.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste behaupten sich in Deutschland weiterhin auf bisherigem Niveau. Ursache für die stabilen Preise ist die lebhafte Nachfrage (nach deutscher Gerste) an den Exportmärkten. Diese hat zuletzt sogar noch zugenommen und für einen stetigen Abfluss der Gerste vom deutschen Binnenmarkt an die Exporthäfen gesorgt. Dagegen hat sich die Gersten-Ausfuhr unserer französischen Nachbarn in Drittländer in den letzten Wochen deutlich abgeschwächt. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch der überraschend scharfe Rückgang der französischen Gerstenpreise (Rouen) in der letzten Woche.
 
Preise in Deutschland stabil, in Frankreich schwächer
Am 23. Februar handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit etwa 172 Euro/t. Das ist ein ähnliches Preisniveau wie in den letzten drei Wochen (171 bis 173 Euro). Im Vergleich zu dem Gerstenpreisen vor einem Jahr (178 Euro) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen derzeit etwa 6 Euro niedriger. Vom wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) meldete man am 23. Februar für Futtergerste Preise von 169 Euro und damit deutlich niedrigere Preise wie der letzten Woche (173 bis 175 Euro). Ein Ursache für den kräftigen Preisrückgang bei unseren französischen Nachbaren dürften die stark rückläufigen französischen Gerstenexporte sein.
 
Preise in Ostdeutschland wenig verändert
In Ostdeutschland haben sich die Preise für Futtergerste der letzten Woche uneinheitlich entwickelt. Aus Sachsen meldete man für Futtergerste unveränderte Preise von rund 147 Euro (Vw. 147), während die Notierungen in Brandenburg auf 150 Euro (Vw. 148) zulegte. Aus Thüringen meldete man ebenfalls etwas höhere Gerstenpreise von 148 Euro (Vw. 146) und am Großmarkt in Halle notierte man unverändert 150 Euro/t. Fob-Mittellandkanal wurden zuletzt zur Anlieferung im Februar stabile Gerstenpreise von 166 bis 167 Euro geboten (Vw: 166 bis 168 Euro).
 
Stabile Preise im Süden, etwas schwächer am Rhein
Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste in der vorigen Woche Preise von 150 Euro (Vw: 150). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man ab Station ebenfalls unveränderte Preise von 152 bis 154 Euro. Franko Köln lagen die Preisangebote für Futtergerste Ende der letzten Woche bei 166 Euro (Vw. 168) und waren damit etwas schwächer. Franko Südholland wurden hingegen etwas höhere Gerstenpreise von 173 Euro (Vw: 171 Euro) gemeldet.
 
Deutsche Gerstenexporte weiter sehr hoch
Bei Gerste entwickelt sich der Export insbesondere an den deutschen Exporthäfen sehr dynamisch. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 34 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 5,92 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das eine 20 Prozent bzw. 984.000 t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,94 Mio. t. In der letzten Woche verkauften die Europäer 376.000 t (Vw: 145.000 t) Gerste in Drittländer, davon kamen 144.000 t (114.000 t) aus Deutschland und nur 3.000 t aus Frankreich. Aus Litauen wurden 63.000 t verkauft und au dem Vereinigten Königreich 28.000 t.
 
Deutschland setzt sich weiter ab
Der größte europäische Einzelexporteur in den ersten 34 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres war Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 1,77 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 1,33 Mio. t Gerste aus Frankreich. Allerdings haben die Franzosen in den letzten 4 Wochen kaum noch etwas exportiert. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.130 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus Bulgarien mit 268.130 t, aus dem Vereinigten Königreich mit 226.523 t, aus Litauen mit 256.150 t sowie aus Lettland mit 166.395 t. Rund 761.657 t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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