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Analyse

Kommission: Bedarf an Futtergerste schrumpft, Exporte stabil

von , am
05.05.2014

Der europäische Export bleibt auf dem hohen Niveau des laufenden Wirtschaftsjahres. Dagegen nimmt der Verbrauch von Futtergerste noch stärker ab als bisher erwartet.

© landpixel
 
Die EU-Kommission hat ihre Erwartungen an die kommende Gerstenernte Ende April unverändert gelassen, bleibt damit jedoch unter der Erntemenge des Vorjahres. Der europäische Export bleibt jedoch auf dem hohen Niveau des laufenden Wirtschaftsjahres. Dagegen nimmt der Verbrauch von Futtergerste noch stärker ab als bisher erwartet. Trotz der kleineren Produktion wachsen die Endbestände kräftig. Der Verbrauch von Braugerste bleibt hingegen fast unverändert. Zu diesen Ergebnissen kommt die EU-Kommission in ihrer aktuellen Prognose zum europäischen Gerstenmarkt im Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Ernte-Prognosen alle nahe beieinander
Die europäische Gerstenernte 2014 schätzt die Kommission Ende April auf 55,7 Mio. t und damit genau so groß wie vor vier Wochen. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 59,5 Mio. t wäre dies allerdings ein Produktionsrückgang von 3,8 Mio. t oder gut 6 %. Die Anbaufläche veranschlagt die Kommission in diesem Jahr auf 12,2 Mio. ha nach 12,3 Mio. ha im letzten Jahr. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im April auf 55,9 Mio. t geschätzt und damit nur 0,2 Mio. t größer als die Kommission. Töpfer International geht von einer ähnlich großen Erntemenge von 55,8 Mio. t aus. Etwa 51 % oder rund 28,7 Mio. t der europäischen Gerstenproduktion sind nach den derzeitigen Prognosen Sommergerste (im Vorjahr 33 Mio. t oder 55 %).
 
Stabile Exporte, wachsende Bestände
Bei den Gerstenexporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr eine relativ stabile Entwicklung. Mit geschätzten 7,0 Mio. t (einschließlich Malz) ist die erwartete Exportmenge nur 0,3 Mio. t kleiner als die Kommissions-Experten für die noch laufende Saison unterstellen 7,3 Mio. t). Gleichzeitig wachsen die Endbestände kräftig von 7,3 Mio. t in der noch laufenden Saison auf 8,3 Mio. in der nächste Saison an. Der Einsatz von Gerste in der Tierfütterung geht nach der aktuellen Prognose von 36,6 Mio. t auf 35,5 Mio. t um 0,9 Mio. t zurück. Der Verbrauch von Braugerste bleibt in der mit rund 9,5 Mio. t unverändert.
 
Frankreich erntet mehr, Deutschland etwas weniger
Für Frankreich erwartet die Kommission für 2014 derzeit eine Gerstenproduktion von etwa 11,0 Mio. t nach 10,4 Mio. t im Jahr 2013. Das wäre ein Produktionszuwachs von 0,6 Mio. t oder 6 %. Etwa 27 % der Produktion ist Sommergerste. Für Deutschland rechnet die Kommission für 2014 mit einer Gerstenernte von 10,2 Mio. t nach 10,4 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre ein marginaler Produktionsrückgang von etwa 2 %. Etwa 19 % der deutschen Produktion ist Sommergerste. Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnet die Kommission für 2014 mit einer stabilen Produktion von 2,9 Mio. t.
 
Weniger Gerste im Vereinigte Königreich und Spanien
Für das Vereinigte Königreich schätzt die Kommission die Gerstenernte 2014 auf 5,9 Mio. t. Im Vergleich zur Erntemenge von 2013 (7,1 Mio. t) wäre die jetzt für 2014 erwartete Produktion immerhin 1,2 Mio. t oder gut 17 % kleiner. Etwa 55 % der Produktion des UK ist Sommergerste. Eine deutlich kleinere Ernte als im Jahr 2013 erwarten die EU-Analysten für Spanien. Im Vergleich zur sehr guten Ernte 2013 von 10,0 Mio. t schrumpft die Produktion 2014 drastisch um 1,9 Mio. t auf 8,1 Mio. t. Fast 90 % der spanischen Produktion ist Sommergerste.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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