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Analyse

Kommission senkt Ernteprognose bei Gerste

von , am
08.05.2015

Die EU-Kommission hat die Erwartungen an die neue Gerstenernte 2015 nach unten korrigiert.

© Steve_ohne_S/aboutpixel
 
Die EU-Kommission hat die Erwartungen an die neue Gerstenernte 2015 nach unten korrigiert. Damit liegt die aktuelle Ernteprognose auch unter der Erntemenge des Vorjahres. Den Export erwartet die Kommission nicht mehr auf dem rekordhohen Niveau des laufenden Wirtschaftsjahres. Gleichzeig rechnet man damit, dass der Verbrauch von Futtergerste zunimmt. Trotz der etwas kleineren Produktion wachsen die Endbestände moderat an. Der europäische Verbrauch von Braugerste bleibt hingegen unverändert.
 
Ernte-Prognose um 1,0 Mio. t nach unten
Die europäische Gerstenernte 2015 schätzt die Kommission auf 58,6 Mio. t und damit 1,0 Mio. t kleiner als noch vor vier Wochen (59,6 Mio. t). Im Vergleich zur Ernte 2014 von 60,1 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 1,5 Mio. t oder 2,5 %. Die Anbaufläche 2015 veranschlagt die Kommission auf 12,55 Mio. ha, nach 12,39 Mio. ha im vorigen Jahr (2014). Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die neue Ernte im April auf 58,1 Mio. t geschätzt und damit noch 0,5 Mio. t kleiner als die Kommission. Allerdings macht die Kommission keine Aussagen zur Produktion von Sommer- und Wintergerste. Nach der Prognose von Strategie Grains sind etwa 50 % bzw. rund 29,2 Mio. t der europäischen Gerstenproduktion Sommergerste (im Vorjahr 29,9 Mio. t bzw. 49,5 %).
 
Weniger Exporte, mehr Futtergerste
Bei den Gerstenexporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr einen Rückgang. Mit geschätzten 8,86 Mio. t (einschließlich Malz) ist die erwartete Exportmenge nur 1,14 Mio. t kleiner als die Rekordausfuhren in der noch laufenden Saison von 10,0 Mio. t. Trotz der etwas kleineren Ernte wachsen die Endbestände moderat von 8,6 Mio. t in der noch laufenden Saison auf 9,04 Mio. in der nächste Saison an. Der Einsatz von Gerste in der Tierfütterung nimmt nach der aktuellen Prognose von 36,4 Mio. t auf 37,1 Mio. t zu. Der Verbrauch von Braugerste bleibt in der mit rund 8,6 Mio. t ebenso stabil wie der Einsatz zur Bioethanolherstellung mit 0,7 Mio. t.
 
Frankreich fast stabil, Deutschland erntet weniger
Für Frankreich erwartet die Kommission für 2015 eine Gerstenproduktion von etwa 11,6 Mio. t (März: 11,8) nach 11,7 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre sogar ein marginaler Produktionszuwachs von 0,1 Mio. t. Etwa 26 % der Produktion ist Sommergerste. Für Deutschland rechnet die Kommission für 2015 mit einer Gerstenernte von 10,9 Mio. t (März: 11,1) nach einer Ernte von 11,6 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre für 2015 ein Produktionsrückgang von 0,7 Mio. t oder 6 %. Etwa 17 % der deutschen Produktion ist Sommergerste. Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnet die Kommission für 2015 mit einer Produktion von 3,8 Mio. t und damit mit einem Zuwachs gegenüber der Ernte 2014 (3,3 Mio. t) von 0,5 Mio. t.
 
Kleinere Ernte im Vereinigten Königreich
Für das Vereinigte Königreich schätzt die Kommission die Gerstenernte 2015 auf 6,1 Mio. t (März: 5,9). Im Vergleich zur Erntemenge von 2014 von 6,9 Mio. t, wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion 0,8 Mio. t oder 12 % kleiner. Etwa 57 % der Gersten-Produktion des Vereinigten Königreichs ist Sommergerste. Eine deutlich größere Ernte als im Jahr 2014 erwarten die EU-Analysten für Spanien. Im Vergleich zur schwachen Ernte 2014 von 6,9 Mio. t wächst die Produktion 2015 um 1,0 Mio. t auf 7,9 Mio. t. Knapp 90 % der spanischen Produktion ist Sommergerste.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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