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Analyse

Neue Braugerste wird teurer

von , am
19.06.2015

Die Preisangebote für die neue Braugerstenernte liegen in Deutschland und vor allem in Frankreich auf einem höheren Niveau als die aktuellen Preise.

© agrar-press
 
Die Preisangebote für die neue Braugerstenernte liegen in Deutschland und vor allem in Frankreich auf einem höheren Niveau als die aktuellen Preise. Damit bleibt auch der Preisabstand (Prämie) zwischen Brau- und Futtergerste in der neuen Saison ähnlich groß oder wird sogar noch etwas größer.
Für alterntige Braugerste haben sich die Preise am deutschen und französischen Kassamarkt in den letzten Wochen jedoch wenig verändert. Die derzeit in Frankreich für die neue Ernte genannten Braugerstenpreise liegen auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland und sind in den letzten vier Woche kräftig gestiegen.
 
Stabile Preise für alte Ernte, neue Ernte teurer
Am Großmarkt in Mannheim notierte man Braugerste (franko Mälzerei) diese Woche mit 196 bis 198 Euro und damit ähnlich hoch seit etwa 12 Wochen (194 bis 198 Euro). Für die Ernte 2015 lagen die Preisvorstellungen am in Mannheim zuletzt bei 198 bei 202 Euro und damit 2 bis 4 Euro über den aktuellen Preisen und zudem etwas höher als vor vier Wochen (196 bis 199 Euro). Die Prämie für Braugerste gegenüber Futtergerste lag in dieser Woche in Mannheim bei 41 Euro.
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Alterntige Braugerste in Deutschland kaum verändert
Am Großmarkt in Stuttgart notierte man am diese Woche Braugerstenpreise von 194 Euro bis 198 Euro und damit ebenfalls ähnlich hohe Preise wie vor vier Wochen. Die EU-Kommission meldete für den Monat Mai im deutschen Großhandel durchschnittliche Braugerstenpreise von 195 Euro, nach Preisen von 195 Euro im April sowie 196 Euro im März. In Stuttgart war Braugerste zuletzt etwa 47 Euro teurer als Futtergerste.
 
Neue Ernte in Frankreich deutlich teurer
Aus Frankreich meldete man diese Woche am wichtigsten Handelsplatz in Creil Braugerstenpreise für die neue Ernte 2015 von 201 Euro/t und damit ein ähnliches Niveau wie in Südwestdeutschland. Damit sind die französischen Preisvorstellungen für die neue Ernte jetzt rund 6 Euro höher als vor vier Wochen (195 Euro). Die alte Ernte hatte in Frankreich zuletzt zwischen 182 Euro bis 186 Euro gekostet. Die Ernte 2015 wäre damit 15 bis 20 Euro teurer als die alte Braugerste.
 Die EU-Kommission meldete für den Monat Mai aus dem französischen Großhandel durchschnittliche Braugerstenpreise von 183 Euro, nach Preisen von 184 Euro im April und 184 Euro im März.
 
Deutsche Sommergerste-Ernte wie 2014
Der Ernte 2015 bei Sommergerste soll in Deutschland nach der aktuellen DRV-Schätzung vom Juni bei 1,96 Mio. t liegen und ist damit geringfügig kleiner sein als im Mai (2,03 Mio. t) erwartet wurde. Grund für die leichte Produktionskorrektur sind die niedrigeren Erträge, die von 55,6 dt/ha auf 53,5 dt/ha gesenkt wurden und damit auch deutlich niedriger ausfallen als im vorigen Jahr (2014) mir 59,8 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 2,07 Mio. t würde mit der 2015 erwarteten Ernte infolge einer um 5,8 % größeren Anbaufläche jedoch nur knapp um 1,6 % verfehlt.
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In Frankreich weniger Sommergerste
Die Anbaufläche von Sommergerste für die kurz bevorstehende Ernte 2015 gibt das französische Landwirtschaftsministerium Agreste mit 460.000 ha an und damit deutlich um 12,5 % bzw. immerhin 66.000 ha kleiner als 2014 mit 526.000 ha. Damit dürfte auch die französische Braugersten-Produktion deutlich kleiner ausfallen als im Jahr 2014 (3,2 Mio. t) und die Erklärung für die zuletzt doch kräftig gestiegenen Preise für die neue Ernte liefern.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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