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Analyse

Preise für Braugerste geben nach

von , am
26.08.2015

Die Preise für Braugerste sind in Deutschland und in Frankreich zuletzt zurückgegangen.

© landpixel
 
Die Preise für Braugerste sind in Deutschland und in Frankreich zuletzt zurückgegangen. Vor allem für die hinteren Termine ab Oktober sind die Preisangebote am Kassamarkt relativ deutlich nach unten gerutscht. Das hat zum einen mit den zuletzt doch unter Druck geratenen Getreidepreisen zu tun. Vor allem aber dürften in den rückläufigen Preisen die mengenmäßig und qualitativ zufriedenstellenden Ernten von Sommergerste in Frankreich und Deutschland sowie in Großbritannien ihren Niederschlag finden.
 
Vor allem hintere Termine unter Druck
Am Großmarkt in Mannheim notierte man Braugerste (franko Mälzerei) zur Anlieferung im August diese Woche mit 193 bis 195 Euro und damit 1 bis 2 Euro niedriger als vorige Woche (194 bis 197 Euro). Für die Anlieferung im Oktober lagen die Preisvorstellungen in Mannheim bei 198 bei 201 Euro und damit sogar 7 bis 9 Euro niedriger als vor einer Woche (207 bis 210 Euro) und etwa 5 Euro über den aktuellen Preisen.
 
Im deutschen Großhandel lagen die durchschnittlichen Braugerstenpreise im Monat Juli noch bei 203,5 Euro, nach Preisen von 197,4 Euro im Juni sowie 194,6 Euro im Mai.
 
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Notierungen im Südwesten geben nach
Am Großmarkt in Stuttgart notierte man diese Woche zur Anlieferung im August Braugerstenpreise von 195 Euro bis 198 Euro und damit etwas niedrigere Preise als vorige Woche (195 bis 199 Euro). Für die Anlieferung im Oktober lagen die Preisvorstellungen in Stuttgart nur noch bei 197 bei 202 Euro und damit 8 Euro niedriger als vor einer Woche (205 bis 210 Euro) und nur noch 2 bis 3 Euro über den aktuellen Preisen.
 
Braugerstenpreise in Frankreich gefallen
Bei unseren französischen Nachbarn scheint das Angebot an Braugerste mehr als ausreichend zu sein, denn die Angebotspreise für die neue Braugerstenernte sind am wichtigsten französischen Handelsplatz in Creil von Mitte Juli (220 Euro) bis Mitte August (195 Euro) um etwa 15 Euro gefallen.
 
In den letzten 10 Tagen sind die Preise in Frankreich dann nochmals deutlich zurückgegangen und liegen in dieser Woche bei 185 Euro (fob Creil) und damit 8 bis 10 Euro niedriger als in Süddeutschland. Die EU-Kommission hatte für den Monat Juli aus dem französischen Großhandel noch durchschnittliche Braugerstenpreise von 195 Euro gemeldet, nach Preisen von 197 Euro im Juni und 183 Euro im Mai.
 
Ausreichend Sommergerste geerntet
Die deutsche Sommergerstenernte wurde vom Deutschen Raiffeisenverband zuletzt auf 2,04 Mio. t geschätzt und damit fast große wie im letzten Jahre (2,08 Mio. t). Von der Gesamternte werden nach Einschätzung der deutschen Braugerstengemeinschaft rund 1,2 Mio. t (Vj: 1,4) als Braugerste abgeliefert. In Frankreich liegt die Erntemenge von Sommergerste in diesem Jahr bei 2,9 Mio. t und bleibt damit unter der Produktion aus dem Vorjahr (3,2 Mio. t). Jedoch reicht diese Ernte-Menge offenbar aus um die Preise unter Druck zu setzen.
 
Dr. Olaf Zinke
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