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Analyse

Preise für Futtergerste und Braugerste gestiegen

von , am
04.12.2014

Die Preise für Futtergerste sind am im November kräftig gestiegen und Anfang Dezember leicht zurückgangengen. Die Braugerstenpreise sind am Kassamarkt weiter gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
Zum Monatswechsel hat die EU-Kommission ihre Einschätzung zu den Erntemengen und den Versorgungsbilanzen am europäischen Gersten-Markt aktualisiert. Auf Basis der vorliegenden Länderdaten haben die Kommissions-Experten die Gesamternte für Gerste nochmals nach oben korrigiert. Damit verfehlt die aktuelle Ernte nur noch ganz knapp dass sehr gute Ergebnis aus dem Vorjahr. Der europäische Export von Gerste bleibt nach der Einschätzung der Kommission unter dem Niveau des vorigen Wirtschaftsjahres, wurde jedoch gegenüber der letzten Schätzung nach oben gesetzt. Gleichzeitig nimmt der Verbrauch von Futtergerste in der EU moderat ab. Trotz der im Vergleich zum Vorjahr geringfügig kleineren Produktion wachsen die Endbestände um gut zwei Drittel. Die Preise für Futtergerste sind am im November am Exporthafen Hamburg kräftig gestiegen und Anfang Dezember leicht zurückgangengen. Die Braugerstenpreise sind am Kassamarkt weiter gestiegen. Die Prämien für Braugerste gegenüber Futtergerste bleiben sehr hoch.
 
Europäische Gerstenernte etwa so groß wie 2013
Die Kommission schätzt die europäische Gerstenernte 2014 Ende November auf 60,0 Mio. t und damit 1,6 Mio. t größer als vor vier Wochen (58,4 Mio. t). Im Vergleich zur Ernte 2013 von 60,6 Mio. t wäre die Produktion mir noch 0,6 Mio. t oder 1,0 Prozent kleiner. Die diesjährige Erntefläche veranschlagt die Kommission im November auf 12,48 Mio. ha (Okt: 12,27 und 12,68 Mio. ha im letzten Jahr (2013). Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte Mitte November auf 60,1 Mio. t (Okt: 59,9 Mio. t) geschätzt und damit ähnlich groß wie die Kommission und ähnlich groß wie die Ernte 2013. ADM/Töpfer ging Ende November von 59,85 Mio. t (Okt: 59,27 Mio. t) aus. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA schätzte die europäische Gersten-Ernte Mitte November auf 59,8 Mio. t (Okt: 56,3 Mio. t). Rund 49 Prozent bzw. etwas mehr als 29,0 Mio. t der europäischen Gerstenproduktion sind Sommergerste (im Vorjahr 33,0 Mio. t oder 55 %).
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Exporte nach oben korrigiert, Endbestände ebenfalls
Bei den Exporten von Gerste erwartet die Kommission im aktuellen Wirtschaftsjahr einen Rückgang. Mit geschätzten Ausfuhren von 7,0 Mio. t (einschließlich Malz), ist die erwartete Exportmenge 1,77 Mio. t bzw. 20 % kleiner als die Kommissions-Experten für die zurückliegende Saison ermittelten (8,77 Mio. t), jedoch größer als im Oktober (6,0 Mio. t) erwartet. Gleichzeitig sollen die Endbestände wegen der sehr guten Ernte und der schwächeren Exporte im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 11,5 Mio. t anwachsen und damit rund 67 % größer sein als im letzten Jahr mit 6,9 Mio. t und zudem 0,7 Mio. t größer als noch im Oktober (10,8 Mio. t) erwartet wurde. Der Verbrauch von Futtergerste geht nach Einschätzung der Kommission leicht von 36,6 Mio. t auf 36,0 Mio. t zurück.
 
Futtergerste: Preise im November gestiegen
Die Preise für Futtergerste sind am Exporthafen in Hamburg im November von etwa 156 Euro/t auf rund 172 Euro gestiegen. Anfang Dezember gaben die Preise jedoch wieder etwas nach. Am 03. Dezember wurden Futtergerste in Hamburg mit etwa 170 Euro/t notiert und damit etwa 14 Euro höher als Anfang November. Aus Frankreich meldete vom wichtigsten Handelsplatz in Rouen zum gleichen Zeitpunkt Futtergerstenpreise von 173 Euro/t und damit etwa 15 Euro höhere Kurse als vor vier Wochen (158 Euro). Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am 01. Dezember Preise von 149 bis 153 Euro (Okt: 147 bis 151 Euro/t) und ab südwestd. Station kostete die Gerste 149 Euro bis 152 Euro (Sept: 146 Euro bis 149 Euro/t).
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Braugerste: Kassapreise und Prämie gestiegen
Braugerste wurde am europäischen Terminmarkt am Dienstag (02.12.) für den Januar mit 213,50 Euro gehandelt und eben so teurer wie vor vier Wochen (214 Euro). Damit kostet die Braugerste am Terminmarkt außerdem eben so viel wie im Dezember 2013 (213 Euro) . Am Großmarkt in Mannheim notierte man Braugerste (franko Mälzerei) am 01. Dezember mit 212 bis 215 Euro. Vor vier Wochen lagen die Preise bei 203 bis 208 Euro. Für die Anlieferung im Januar lagen die aktuellen Preisangebote bei 216 bis 218 Euro und vor vier Wochen bei 209 bis 211 Euro. Die Prämie für Braugerste gegenüber Futtergerste liegt in Mannheim im Dezember bei 63 Euro und war damit noch etwas höher als im November.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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