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Analyse

Preise für Futtergerste gefallen, Braugerste behauptet

von , am
20.01.2015

Im Januar haben die Preise für Futtergerste in Deutschland nachgegeben. Die Preise für Braugerste sind am Terminmarkt gestiegen udn haben sich am Kassamarkt knapp behauptet.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
 
Im Januar haben die Preise für Futtergerste in Deutschland nachgegeben. Am 19. Januar wurden Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit etwa 172 Euro/t notiert. Das war ein ähnliches Preisniveau wie Anfang Dezember. Im Verlauf des Dezembers sind die Gerstenpreise zunächst von etwa 170 Euro/t auf rund 180 Euro gestiegen. Im Januar gaben die Kurse dann jedoch (mit dem Weizen) um rund 10 Euro nach. Im Vergleich zum Vorjahr (Januar 2014) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen damit etwa 6 bis 8 Euro niedriger. Aus Frankreich meldete am 20. Januar vom wichtigsten Handelsplatz in Rouen für Futtergerste Preise von 176 Euro und damit etwas höhere Kurse als Anfang Dezember (173 Euro).
 
In Ostdeutschland sind die Preise für Futtergerste im Januar ebenfalls deutlich zurückgegangen. Von dort meldete man am Mitte Januar (ab Station) Preise für Futtergerste von etwa 148 Euro bis 155 Euro. Im Vergleich zu den Preisen von Ende Dezember (ca.158 bis 163 Euro) ist dies ein Rückgang von etwa 10 Euro, entspricht aber dem Preis-Niveau von Anfang Dezember (150 Euro). Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am 19. Januar ebenfalls rückläufige Preise von 160 bis 163 (Vw: 160 bis 165 Euro) und ab südwestdeutscher Station kostete die Futtergerste zu diesem Termin 155 Euro bis 158 Euro (Vw: 157 bis 160 Euro) und damit ebenfalls weniger
 
Braugerste: Kassapreise regional etwas niedriger
Die Preise für Braugerste sind am Terminmarkt etwas gestiegen und haben sich am Kassamarkt überwiegenden behauptet. Braugerste wurde am europäischen Terminmarkt am Montag (19.01.) für den Märztermin mit 217 Euro gehandelt und damit 4 Euro teurer als vor sechs Wochen (213,50 Euro). Damit kostet Braugerste am Terminmarkt derzeit etwa so viel wie vor einem Jahr (216 Euro). Am Großmarkt in Mannheim notierte man Braugerste (franko Mälzerei) am 19. Januar mit 206 Euro bis 210 Euro. Vor sechs Wochen lagen die Preise dort allerdings noch bei 212 bis 215 Euro. Für die Anlieferung im März lagen die aktuellen Preisvorstellungen in Mannheim bei 208 bis 210 Euro und vor sechs Wochen bei 216 bis 218 Euro.
 
Vom Großmarkt in München meldete man zuletzt Braugerstenpreise von 215 bis 217 Euro und am Großmarkt in Stuttgart notierte man Braugerste mit 209 Euro bis 213 Euro/t. Die Prämie für Braugerste gegenüber Futtergerste liegt derzeit in Mannheim bei 47 Euro bis 53 Euro und war damit niedriger als im Dezember (60 Euro). Am Großmarkt in München lag die Prämie für Braugerste hingegen bei 62 Euro und in Stuttgart bei rund 57 Euro.
 
Europäische Gerstenernte so groß wie 2013
Zum Monatswechsel hatte die EU-Kommission die Versorgungsbilanzen für den europäischen Gersten-Markt aktualisiert. Dabei ermittelte die Kommission Ende Dezember auf Basis der Länderdaten eine europäische Gerstenernte 2014 von 60,1 Mio. t. Das sind 0,1 Mio. t mehr als vor vier Wochen (60,0 Mio. t). Im Vergleich zur Ernte 2013 von 60,6 Mio. t wäre die Produktion damit nur noch 0,5 Mio. t oder 0,8 Prozent kleiner. Die diesjährige Erntefläche veranschlagt die Kommission auf 12,48 Mio. ha nach 12,68 Mio. ha im letzten Jahr (2013). Rund 49 Prozent bzw. etwa 29,4 Mio. t der europäischen Gerstenproduktion waren im Jahr 2015 Sommergerste (im Vorjahr 33,0 Mio. t oder 55 %).
 
Exporterwartung weiter nach oben korrigiert
Der erwartete Export von Gerste in Drittländer wurde gegenüber der letzten Schätzung nach oben gesetzt und bleibt nach der Einschätzung der Kommission nur geringfügig unter dem Niveau des vorigen Wirtschaftsjahres. Mit Ausfuhren von 8,0 Mio. t (einschließlich Malz), ist die erwartete Exportmenge 0,77 Mio. t bzw. 9 % kleiner als die Kommissions-Experten für die zurückliegende Saison ermittelten (8,77 Mio. t), jedoch größer als im Vormonat erwartet (7,0 Mio. t).
 
Gerstenbestände 50 % größer als 2013
Die Gerstenbestände sollen am Ende des Wirtschaftsjahr bei 10,6 Mio. t liegen und damit 3,7 Mio. t bzw. 54 % größer sein als im letzten Jahr mit 6,9 Mio. t. Im Vormonat hatte man wegen der schwächeren Exporte allerdings noch ein Anwachsen der Bestände auf 11,5 Mio. t erwartet. Der Verbrauch von Futtergerste geht nach Einschätzung der Kommission im aktuellen Wirtschaftsjahr von 36,6 Mio. t auf 36,0 Mio. t zurück. Dagegen bleibt der europäische Verbrauch an Braugerste mit rund 8,6 Mio. t stabil. Die europäische Bioethanolindustrie verbraucht nach den Daten der Kommission etwa 0,9 Mio. t Gerste und damit ebenso so viel wie im letzten Jahr..
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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