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Analyse

Preise für Futtergerste knapp behauptet

von , am
17.06.2015

Die Preise für Futtergerste sind zum Beginn der dritten Juniwoche vor allem an den Exporthäfen etwas zurückgegangen.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel

Die Preise für Futtergerste sind zum Beginn der dritten Juniwoche vor allem an den Exporthäfen etwas zurückgegangen. Allerdings waren die Preise zum Ende der letzten Woche zunächst gestiegen und sind dann diese Woche wieder auf das vorige Niveau zurückgefallen. Dabei kam der Druck auf die Gerstenpreise an den Exporthäfen vor allem von den schwächeren Weizenpreisen. Eine sich zur Wochenmitte (Mittwoch) abzeichnende Preiserholung beim Weizen könnte auch die Gerstenpreise wieder mit nach oben ziehen.
 
Prämie für die neue Ernte
Am Dienstag (16. Juni) handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit rund 161 Euro/t. Das waren 1 Euro niedrigere Preise als am Dienstag vor einer Woche (162 Euro) und ähnlich hohe Preise wie vor vier Wochen Mitte Mai (161 Euro). Die Preisangebote für die neue Gerstenernte 2015 lagen an den Exporthäfen zwischen 163 Euro und 165 Euro damit 2 bis 4 Euro höher als die aktuellen Preise. Im vorigen Jahr kostete (alterntige) Futtergerste in Hamburg zum aktuellen Termin 169 Euro.
 
Damit sind die derzeitigen Preise für alterntige Futtergerste in Hamburg derzeit etwa 8 Euro niedriger als im Juni 2014. Die Preismeldungen vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen lagen am Mittwoch dieser Woche für Futtergerste der neuen Ernte 2015 bei 167 Euro.
 
Preise in Ostdeutschland relativ fest
Aus dem Großhandel in Sachsen meldete man Dienstag (16.Juni) Futtergerste-Preise von 143 Euro (Vw: 142). Die aktuelle Preismeldung aus Brandenburg lag bei 145 Euro (Vw:143). In Thüringen (Erfurt) notierte man für Futtergerste 145 Euro (Vw: 145 Euro) und vom Großmarkt in Halle meldete man Preise von 144 Euro (Vw: 141 Euro).
 
Die Preisvorstellungen für die neue Gerstenernte bewegten sich in Ostdeutschland zwischen 145 Euro und 148 Euro und waren damit 2 bis 3 Euro höher als die aktuellen Preise. Gleichzeitig sind die Preise für Futtergerste in Ostdeutschland jedoch 10 bis 12 Euro Euro niedriger als im Juni 2014.
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Preise in Niedersachsen kaum verändert
In Niedersachsen wurden in dieser Woche für Futtergerste Preise von 154 bis 158 Euro notiert (Vw: 155 Euro bis 158 Euro) . Gleichzeitig lagen die Preisvorstellungen für die neue Ernte zwischen 156 Euro und 161 Euro (Vw: 157 bis 161 Euro) und 2 bis 3 Euro höher. Am Mittellandkanal (fob) lagen die Preisangebote für alterntige Futtergerste bei 163 Euro.
 
Gerstenpreise in Süddeutschland behauptet
Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Montag (15.06) dieser Woche Preise von 155 bis 157 Euro (Vw: 155 bis 157 Euro). Ab südwestdeutscher Station handelte man die Futtergerste in Mannheim etwas schwächer mit 149 bis 151 Euro (Vw: 150 Euro bis 152 Euro). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in dieser Woche ab Station stabile Gerstenpreise von 147 bis 150 Euro (Vw: 147 bis 150 Euro).
 
 Gerstenexport 60 % größer als 2014
Bei Gerste gehen die Exporte an den europäischen Exporthäfen auch zum Ende des neuen Wirtschaftsjahres weiter. Insgesamt wurden nach den Daten der EU-Kommission bis zum 09. Juni des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 8,6 Mio. t (Lizenzen) Gerste in Drittländer verkauft. In der vorigen Woche waren es 98.000 t, vor allem aus Frankreich. Insgesamt ist dies bisher eine 3,2 Mio. t bzw. 60 % größere Ausfuhr-Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 5,4 Mio. t.
 
Deutschland knapp vor Frankreich
Größter Einzelexporteur des aktuellen Wirtschaftsjahres beliebt bis zum Schluss Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 2,38 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 2,12 Mio. t Gerste aus Frankreich. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 563.394 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus dem Vereinigten Königreich mit 324.021 t, aus Bulgarien mit 278.460 t, aus Litauen mit 258.213 t, aus Dänemark mit 246.849 t sowie aus Lettland mit Irland mit 221.700 t. Rund 1,6 Mio. t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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