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Analyse

Preise für Futtergerste kommen unter Druck

von , am
19.08.2015

Die Preise für Futtergerste sind zuletzt mit den Preisen für Futterweizen und sonstigem Futtergetreide zurückgegangen.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste sind zuletzt mit den Preisen für Futterweizen und sonstigem Futtergetreide zurückgegangen. Auch in dieser Woche sorgt der Druck der rückläufigen Weizenpreise bei Gerste an den wichtigsten Handelsplätzen in Deutschland und Frankreich für weiter nachgebende Kurse. Dabei drückte zuletzt auch die über den bisherigen Erwartungen liegende Ernte bei Wintergerste in Deutschland und Frankreich auf die Preise.
 
Gleichzeitig werden die Gerstenpreise jedoch durch die sehr flott laufenden europäischen Drittlandsexporte gestützt. Allerdings fließt aus Frankreich derzeit deutlich mehr Gerste auf den Weltmarkt als aus Deutschland. Nach den Angaben der EU-Kommission wurden in den ersten sechs Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 bereits 1,96 Mio. t Gerste (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das ist fast doppelt so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2014/15 zu diesem Termin mit 1,04 Mio. t
 
Reichlich Wintergerste in Frankreich und Deutschland
Die Wintergerstenernte 2015 in Frankreich schätzte das französische Landwirtschaftsministerium Agreste Mitte August auf 9,4 Mio. t und das französische Landwirtschaftsamt France Agrimer sogar auf 9,6 Mio. t. Im letzten Jahr (2014) ernteten die französischen Landwirte lediglich 8,56 Mio. t Wintergerste und damit rund 1,0 Mio. t weniger. Für Deutschland rechnete der DRV in seiner letzten Ernteschätzung im August mit einer Ernte bei Wintergerste von 9,15 Mio. t. Das wären 0,5 Mio. t mehr als noch im Juli (8,65 Mio.) erwartet wurden. Im Vergleich zur sehr großen Ernte von 2014 (9,5 Mio. t), wäre die jetzt erwartete Ernte nur noch 0,35 Mio. t oder knapp 3,7 % kleiner.
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Preisrückgang an den Exporthäfen, Niveau höher als 2014
Am deutschen Exporthafen Hamburg handelte man Futtergerste am Dienstag (18. August) für die Anlieferung im August mit 158 bis 159 Euro/t. Das waren etwa 2 bis 4 Euro niedrigere Preise als eine Woche zuvor mit 161,50 bis 162,0 Euro. Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli mit 178 Euro sind die aktuellen Gerstenpreise allerdings auch an den Exporthäfen etwa 20 Euro niedriger. Allerdings könnte es unter dem Druck der nachgebenden Weizenpreise diese Woche zu weiteren Preiskorrekturen kommen. Im vorigen Jahr (August 2014) kostete Futtergerste in Hamburg zum aktuellen Termin etwa 154 Euro. Damit sind die derzeit in Hamburg notierten Preise etwa 4 bis 5 Euro höher als zum gleichen Termin des Vorjahres.
 
Die Preismeldungen vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen lagen am Dienstag (18.08) dieser Woche für Futtergerste bei 158 Euro. Allerdings standen die Preise wegen der rückläufigen Weizenpreise weiter unter Druck und lagen am Mittwoch (19.08)h nur noch bei 155 Euro.
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Preise im Nordwesten kräftig gefallen, aber höher als 2014
Im Großhandel in Brandenburg notierte man Futtergerste am Dienstag (18.08) noch mit 140 Euro. Vom Großmarkt in Halle (Sachsen-Anhalt) meldete man am gleichen Tag Preise von 138 Euro. In Niedersachsen wurden am Dienstag (18.08) durchschnittliche Futtergerstenpreise zur Anlieferung im September von 154 bis 157 Euro notiert. Vor einer Woche lagen die Preise für diesen Termin noch bei 161 bis 163 Euro.
 
Im vorigen Jahr handelte man Futtergerste in Niedersachsen zum gleichen Termin jedoch nur mit 148 bis 153 Euro  und damit zu 4 bis 6 Euro niedrigeren Preisen. Am Mittellandkanal (fob) lagen die Preisvorstellungen für Futtergerste zur Anlieferung im September diese Woche bei 156 Euro. Das waren rund deutlich niedrigere Preise als vor einer Woche (165 Euro) jedoch deutlich höhere Preise als im vorigen Jahr.
 
Gerstenpreise auch in Süddeutschland schwächer
Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Montag (17.08) dieser Woche Preise von 156 bis 160 Euro. Ab südwestdeutscher Station handelte man die Futtergerste in Mannheim zum Begin dieser Woche mit 153 bis 156 Euro. Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man am Dienstag dieser Woche ab Station Gerstenpreise von 148 bis 150 Euro (Vw: 148 bis 152 Euro) und damit ebenfalls etwas niedrigere Preise als ein Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke
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